Drei sprechende Lebensretter

Nach Notfall: Evangelische Kirchengemeinde schafft Defibrillatoren an

Die Defirillatoren, die die evangelische Gemeinde gekauft hat, sollen im Notfall Leben retten. Finanzkirchmeister Marc Mißbach (links) und Pfarrer Dirk Grzegorek stellten die Geräte in dieser Woche vor.
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Die Defirillatoren, die die evangelische Gemeinde gekauft hat, sollen im Notfall Leben retten. Finanzkirchmeister Marc Mißbach (links) und Pfarrer Dirk Grzegorek stellten die Geräte in dieser Woche vor.

7500 Euro hat die Evangelische Kirchengemeinde Werdohl investiert, um drei Defibrillatoren anzuschaffen.

„Wir sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet, in den Gemeinde- und Gotteshäusern solche Lebensretter bereit zu halten“, erklärt Pfarrer Dirk Grzegorek. „Doch wir haben von uns aus einen entsprechenden Bedarf gesehen“, ergänzt Finanzkirchmeister Marc Mißbach.

Die Gemeinde hatte in ganz Werdohl bisher keinen Defibrillator, zu Deutsch: Schockgeber, der im Notfall den Herzrhythmus reaktivieren kann.

Ernstfall am Ewigkeitssonntag 2019

Solch einen Ernstfall – sprich: Kreislaufstillstand – hatte es am Ewigkeitssonntag 2019, also dem letzten Sonntag vor dem ersten Advent, in der Friedenskirche gegeben. „Die Person konnte bei dem Vorfall vor gut einem Jahr aber noch in der Kirche wiederbelebt werden“, erinnert sich Mißbach. Und Grzegorek ergänzt: „Es geht diesem Menschen heute wieder gut.“

Mißbach, selbst Fachpfleger für Anästhesie, recherchierte und entschied sich für den Kauf der jetzt gewählten Modelle, „weil diese zum einen automatisch arbeiten und zum anderen kompatibel zu denen sind, die die heimischen Rettungsdienste in Benutzung haben.“

Auch medizinische Laien können die Geräte nutzen

Ersteres bedeutet, dass die neuen Defibrillatoren im Falle einer Benutzung dem Bediener sagen, was zu tun ist und damit auch von medizinischen Laien genutzt werden können. Die sprechenden Geräte führen nach dem Anlegen der Elektroden die Stromstöße selbst durch. Außerdem kontrollieren sie sich alle 24 Stunden selbsttätig auf die Einsatzbereitschaft. „Weiterhin gehen sie alle zwei Jahre in den Service“, verrät Mißbach. „Dort werden dann auch immer Software-Updates auf die Geräte gespielt.“

Zweiteres, also die Kompatibilität zu den Geräten des Rettungsdienstes, ergibt sich daraus, dass die Exemplare der Werdohler Gemeinde vom selben Hersteller sind. Mißbach erläutert: „Die Stecker sind also dieselben. Wenn wir bei einem Patienten die Elektroden angelegt haben, kann der Notarzt also den Stecker von unserem Gerät auf seinen Defibrillator umstöpseln und muss keine eigenen Elektroden anlegen. Er spart also wertvolle Zeit.“

Ein Teil der Ausgaben ist durch Spenden finanziert

Pfarrer Grzegorek berichtet: „Die Hälfte der investierten 7500 Euro sind unterdessen bereits durch Spenden refinanziert worden.“

Nun steht am Dienstag, 22. Dezember, ein Schulungstermin an. Mißbach listet auf: „Dann werden von einem Vertreter des Geräteherstellers alle Pfarrer, Küster, Gemeindepädagogen und Haustechniker der Gemeinde in die Nutzung der Defibrillatoren eingewiesen.“

Ehrenamtliche sollen geschult werden

Der Geistliche fügt hinzu: „Im kommenden Jahr wollen wir auch all unsere Ehrenamtlichen in einer zweiten Schulung unterrichten.“ Das solle dann verbunden sein mit einer Auffrischung des Erste-Hilfe-Kurses.

Die drei Schockgeber befinden sich in der Friedenskirche, der Christuskirche sowie im Gemeindehaus der Christuskirche. „Das Gemeindehaus an der Friedenskirche ist nah genug am Gotteshaus“, verdeutlicht Pfarrer Dirk Grzegorek. „Dort kann der Defibrillator schnell genug aus der Kirche geholt werden, wenn er benötigt wird.“

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