Versuchter Totschlag

Nach Messerstecherei am Bahnhof: Werdohler droht lange Haftstrafe

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Am Werdohler Bahnhof kam es im April 2019 zu der Messerstecherei.

Werdohl – Bis zu 15 Jahre Haft drohen einem 25-Jährigen Werdohler, der sich zusammen mit einem Mitangeklagten aus Werdohl (25) ab der kommenden Woche vor dem Hagener Landgericht wegen versuchten Totschlags verantworten muss.

Er soll am Abend des 17. April 2019 im Bereich des Werdohler Bahnhofs mit einem Messer auf zwei Männer aus Altena und Plettenberg eingestochen haben. Der Altenaer wurde durch die Stiche mit der Messerklinge so schwer verletzt, dass er noch am selben Tag notoperiert werden musste. Daraufhin wurde eine Mordkommission des Polizeipräsidiums Hagen eingerichtet. 

Laut Anklage soll der mutmaßliche Haupttäter mit den Opfern im Vorfeld Streit gehabt haben. Am Tattag soll er den ihm bekannten Altenaer in der Nähe des Bahnhofs getroffen und angesprochen haben. Als dieser sein Telefon herausholte, soll der Werdohler ein Messer gezogen und dem Altenaer das Handy abgenommen haben. 

Zufällig erneut zusammengetroffen

Etwas später sollen beide Angeklagte zufällig erneut mit dem Opfer, das nun mit einem Mann aus Plettenberg unterwegs war, zusammengetroffen und in Streit geraten sein. Der Mitangeklagte soll dem Altenaer eine Cola-Dose ins Gesicht geworfen, ihn geschlagen und getreten haben. Eine dann folgende erste Messerattacke des 25-jährigen Werdohlers habe der Plettenberger abwehren und in Richtung seines Autos flüchten können. Auf dem Weg dorthin wurde er jedoch von dem Werdohler eingeholt und mit zwei Messerstichen in den Rücken verletzt. 

Anschließend soll sich der 25-Jährige auch den Altenaer vorgenommen haben, weil dieser bei seiner Flucht Richtung Polizeiwache gestürzt war. Er stach dem Opfer mit dem Messer ins Bein und in den Rücken. Weil dabei auch die Oberschenkelarterie des Altenaers verletzt wurde, konnte sein Leben nur durch eine Notoperation gerettet werden. 

Am Folgetag selbst gestellt

Nach der Messerstecherei stellte sich der 25-Jährige am folgenden Nachmittag selbst auf der Wache in Werdohl. Wenig später hatte die Mordkommission auch den zweiten Angeklagten als möglichen Mittäter ermittelt. „Nach unserem Kenntnisstand war dieser Mann nicht mit einem Messer oder einem anderen gefährlichen Werkzeug bewaffnet“, erklärte Staatsanwältin Sandra Ley im April. 

Die Angeklagten sind jeweils mehrfach vorbestraft. Der mutmaßliche Haupttäter unter anderem wegen Drogenbesitzes, Diebstahls und Körperverletzung. Der Mitangeklagte hat in seiner Akte Diebstahl, gefährliche Körperverletzung und Drogenbesitz stehen. Beide befinden sich derzeit – der Hauptangeklagte gegen Auflagen – auf freiem Fuß. Für das Verfahren sind vier Verhandlungstage vorgesehen.

Das Verfahren beginnt am Donnerstag, 13. Februar, um 9.30 Uhr in Saal 201 des Landgerichts Hagen.

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