Nach mehr als 150 Jahren: Diese Rotbuche in Werdohl muss fallen

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Pater Irenäus und Martin Hempel vom Kirchenvorstand haben den Klostergarten gesperrt. Die Rotbuche im Hintergrund wird Anfang Dezember gefällt, der Baum ist von einem Pilz befallen und nicht mehr standsicher. Die Kirchengemeinde wird einen neuen Baum anpflanzen.

Werdohl – Die uralte Rotbuche im Pfarrgarten von St. Michael gegenüber dem Minoriten-Kloster muss gefällt werden, sie ist von einem zerstörerischen Pilz angegriffen.

An dem markanten Baum war vor einiger Zeit aufgefallen, dass es relativ viel Totholz in der Krone gibt. Ein beauftragter Baumsachverständiger überbrachte der Gemeinde quasi die Todesbotschaft für den geliebten Baum. Die mehr als 150 Jahre alte Buche ist unaufhaltbar geschädigt, der Baum habe nur noch eine Lebenserwartung von höchstens fünf Jahren. 

Martin Hempel vom Kirchenvorstand St. Michael macht eine Kostenrechnung auf: „Wir hätten jedes Jahr Totholz aus dem Baum schneiden lassen müssen und hätten jedes Jahr aufs Neue eine Begutachtung der Standfestigkeit gebraucht.“ Dass würde alles teuer und mache vor allem keinen Sinn, wenn in ein paar Jahren der Baum auf jeden Fall hätte gefällt werden müssen. 

3000 Euro für einen neuen Baum

So habe der Kirchenvorstand schweren Herzens entschieden, die Rotbuche im Dezember fällen zu lassen. Bis dahin ist der Klostergarten gesperrt. Es droht, dass Äste aus dem Baum fallen können. Von den gesparten Kosten für die jährlichen Untersuchungen soll ein größerer Baum gekauft und angepflanzt werden. 

Etwa 1500 Euro wird die Fällung kosten, mit rund 3000 Euro werde wohl ein neuer Baum zu Buche schlagen, schätzt Hempel. 

Auf keinen Fall ein mickriges Bäumchen

„Wir werden auf jeden Fall einen schönen, stattlichen Baum am möglichst derselben Stelle pflanzen lassen“, verspricht Hempel. Auf keinen Fall komme ein mickriges Bäumchen in den Garten, das in 40 Jahren vielleicht mal etwas darstellen kann. Welche Baumart es werden soll, ist noch nicht klar. Standort und Klimaveränderung müssten bedacht werden, um dem zukünftigen Pfarrgarten-Baum ein langes Leben zu ermöglichen. 

„Unvorstellbar“ ist es nicht nur für Hempel, dass es keinen Baum mehr im Klostergarten gebe. Er habe schon als Kind unter dem Baum gespielt, nahezu jeder aus der Pfarrei St. Michael kenne die mächtige Buche. Jahrzehntelang seien Pfarrfeste unter dem Baum gefeiert worden. Für viele Gemeindemitglieder gehöre der Baum ebenso wie die Kirche und das Pfarrhaus, dem heutigen Kloster, zur katholischen Identifikation in Werdohl.

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