Gesamtschule schafft neue Möglichkeiten

Nach mehr als 20 Jahren: Sport ist in Werdohl wieder Abiturfach

Sportlehrerin Marie Trippe und Schulleiter Sven Stocks sind bereit: Mit Beginn des neuen Schuljahrs in diesem Sommer soll an der Albert-Einstein-Gesamtschule Sport als viertes Abiturfach möglich sein.
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Sportlehrerin Marie Trippe und Schulleiter Sven Stocks sind bereit: Mit Beginn des neuen Schuljahrs in diesem Sommer soll an der Albert-Einstein-Gesamtschule Sport als viertes Abiturfach möglich sein.

Nach mehr als 20 Jahren wird an der Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) jetzt erstmals wieder Sport als Abiturfach angeboten. Das haben Schulleiter Sven Stocks und Sportlehrerin Marie Trippe mitgeteilt.

Die Genehmigung der Bezirksregierung liege mittlerweile vor. Auf der Hitliste der Prüfungsfächer stehen bei Abiturienten in NRW seit Jahren besonders Englisch, Deutsch und Mathematik weit vorne. Auch Biologie und Pädagogik werden relativ oft gewählt. Sport ist als Abiturfach dagegen vor allem bei männlichen Abiturienten beliebt, und auch bei ihnen legt nur gut jeder 20. eine Abiprüfung in diesem Fach ab. Das dürfte auch daran liegen, dass nur ganz wenige Gymnasien, Gesamtschulen und Waldorfschulen in NRW Sport als Abiturfach überhaupt anbieten.

Die AEG will Schülern nun wieder die Möglichkeit eröffnen, ihre Abiturprüfung im Fach Sport abzulegen. Im Gespräch war das schon, als noch die Pläne zu einer Fusion der AEG mit der Gesamtschule Finnentrop aktuell waren. Diese Pläne hatten die Kommunen schon vor einiger Zeit beerdigt. Die Idee vom Sport-Abitur wird aber in Werdohl Realität. „Der Sport bekommt dadurch einen ganz neuen Stellenwert, und die Schüler haben eine größere Auswahl bei den Abi-Fächern“, sagte Sportlehrerin Marie Trippe zur Begründung.

Viel Zeit in den Lehrplan investiert

Trippe hat mit ihren Lehrerkollegen aus der Fachgruppe Sport viel Zeit investiert und den Lehrplan für das neue Abiturfach maßgeblich mitgestaltet. Die AEG verfüge mit den Sporthallen und dem Stadion Riesei in unmittelbarer Nähe und dem Hallenbad in Ütterlingsen über gute Rahmenbedingungen. Geplant seien auch noch Projekte wie Rudern auf dem Sorpesee, eine Kooperation mit dem Tennisclub Werdohl und Trainingsstunden mit Sabine Lüth, der Bundestrainerin der Behindertensportler bei den Leichtathleten, kündigte Trippe ein breites Angebot außerhalb des normalen Sportunterrichts an.

Reine Sportkurse für die Sport-Abiturienten wird es aber nach Worten von Schulleiter Sven Stocks nicht geben. Und überhaupt muss niemand auf den Gedanken kommen, über die sportliche Schiene praktisch spielend an die Hochschulreife zu gelangen. „Wer bei uns Sport als Abi-Fach belegt, muss seine Abi-Prüfung auch zwingend in Mathematik ablegen“, nennt Stocks vielmehr die Spielregeln. Hinzu kommen dann noch Abi-Prüfungen im sprachlich-literarisch-künstlerischen Bereich (also zum Beispiel eine Fremdsprache, Kunst oder Musik) und im geistes- und gesellschafts-wissenschaftlichen Themenfeld (beispielsweise Geschichte oder Erdkunde). Die Jugendlichen müssen insgesamt drei schriftliche und eine mündliche Prüfung ablegen.

Es geht nicht nur um Spiel und Spaß

„Sport ist auch mehr als nur einen Ball in die Mitte zu werfen und drauflos zu spielen“, betonte Marie Trippe, dass es in dem neuen Abiturfach nicht nur um Spiel und Spaß, sondern auch um durchaus ernsthafte Dinge gehen wird. So werden auch theoretische Inhalte in den Sportunterricht eingebunden. Für den Sport-Leistungskurs soll es nach Trippes Darstellung zwei Profile mit unterschiedlichen Schwerpunkten geben. „Das werden Leichtathletik und Badminton mit einem eher leistungsorientierten Profil und Tanzen und Fitness mit dem eher gesundheitsorientierten Profil sein“, erläuterte die Sportlehrerin.

Schüler, die im Sommer in die gymnasiale Oberstufe der AEG wechseln, können zwar bereits die Sportkurse wählen, müssen sich aber noch nicht sofort entscheiden, ob sie ihre Abiturprüfung im Fach Sport ablegen wollen. „Dazu sind ja dann noch fast zwei Jahre Zeit“, sagte Schulleiter Stocks, dass die endgültige Entscheidung erst zum Beginn des 13. Jahrgangs fallen müsse. Die ersten Sport-Abiturienten könnten die Albert-Einstein-Gesamtschule dann im Sommer 2025 verlassen.

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