Nachgefragt in Werdohl und Neuenrade

Nach Lockdown-Verlängerung: So ist die Stimmung bei den heimischen Händlern

Im Hagebau-Markt Arens&Hilgert versuchen Geschäftsführer Jens Hilgert und seine Mannschaft, den gezwungenermaßen geringen Kundenzulauf im Corona-Lockdown zu nutzen, um den Baumarkt umzukrempeln und schon auf die nicht mehr allzu ferne Frühjahrssaison vorzubereiten.
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Im Hagebau-Markt Arens&Hilgert versuchen Geschäftsführer Jens Hilgert und seine Mannschaft, den gezwungenermaßen geringen Kundenzulauf im Corona-Lockdown zu nutzen, um den Baumarkt umzukrempeln und schon auf die nicht mehr allzu ferne Frühjahrssaison vorzubereiten.

Die Ministerpräsidenten der Länder haben sich auf eine Verlängerung des Corona-Lockdowns bis Ende Januar verständigt. Im Einzelhandel vor Ort stößt das auf unterschiedliche Reaktionen.

Die einen haben sich mit der Situation abgefunden und arrangiert, andere sehen die Krise als Chance. Zwei Beispiele:

Mayk Schröder, Inhaber eines Radio- und Fernsehgeschäfts mit Verkaufslokalen in Werdohl und Neuenrade, nimmt die Verlängerung der angeordneten Ladenschließung mit einem Schulterzucken zur Kenntnis. Er hat das Beste aus der Situation gemacht, hat aber auch schon vorgebaut, als noch niemand an Corona gedacht hat. In einem schon vor Jahren eingerichteten Online-Shop biete er mehr als 14 000 Artikel an, berichtet er.

Daraus bestellten die Kunden jetzt, die Ware werde entweder geliefert oder könne an den Ladentüren abgeholt werden. Wer Beratung suche, könne die telefonisch und sogar per Videotelefonie bekommen – auch alles nichts Neues mehr für die Schröders und ihre Angestellten.

Neue Form des Verkaufs stark nachgefragt

Diese neue Form des Verkaufs sei in den vergangenen Wochen auch stark nachgefragt worden, berichtet Mayk Schröder, der auch festgestellt haben will, „dass sich die Leute wieder auf den Fachhandel vor Ort besinnen“. Der biete schließlich auch den passenden Service, womit Schröder bei einem zweiten Punkt ist, der ihm und seinem Geschäft zugute kommt. „Wir bieten ja auch Handwerksleistungen an“, verweist er darauf, dass er Geräte der Unterhaltungselektronik, aber auch Telefone, Haushalts- und andere Geräte, repariert und vor Ort in Betrieb nimmt. Die Lockdown-Verlängerung schreckt ihn deshalb nicht sonderlich. „Wir kommen auch durch diese Phase“, ist er zuversichtlich.

Für Hagebau-Chef Jens Hilgert ist es der erste Lockdown, weil er seinen Baumarkt in Neuenrade im Frühjahr noch offenhalten durfte. Jetzt darf er nur Pflanzen und Tierfutter verkaufen, andere Artikel wechseln höchstens auf Bestellung und dann per Abholung oder Lieferung den Besitzer. Ausnahmen gibt es allenfalls für Gewerbetreibende.

Baumarkt: 90 Prozent weniger Kunden

Deshalb ist es ruhig geworden im 40 000 Quadratmeter großen Baumarkt am Hüttenweg, nur wenige Kunden verirren sich dorthin. Hilgert überschlägt, dass „weit weniger als zehn Prozent der üblichen Anzahl an Kunden“ derzeit bei ihm einkauft. Wirtschaftlich sei das nicht.

Doch Jens Hilgert und sein Team nutzen die erzwungene ruhige Zeit, um Weichen für die Zukunft zu stellen. „Wir bauen gerade um, bereiten unser Gartencenter auf das Frühjahr vor und nehmen Campingartikel neu ins Sortiment auf“, beschreibt Hilgert, wie er seine Mitarbeiter bei reduzierten Öffnungszeiten an der Arbeit hält. Den Kopf hängen zu lassen, ist für ihn keine Option. Hilgert setzt darauf, dass der Impfstoff bald die erhoffte Wende in der Corona-Pandemie bringen werde: „Wir hoffen, dass wir dann im Frühjahr oder Sommer wieder allmählich zur Normalität zurückkehren können.“

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