Komplette Notfallversorgung in Werdohl

+
„Laden auf 300“ – Notarzt Dr. Ervin Myumyunov demonstriert an Verwaltungsleiterin Christine Lehnert den Einsatz des Defibrillators im Schockraum der Stadtklinik Werdohl. Oberarzt und Unfallchirurg Dr. Dimitrios Karletsos schaut zu.

Werdhol - „Unser Mitgefühl gilt den Altenaer Kollegen und Patienten, die ihr Krankenhaus vor Ort verloren haben. Das ist wirklich sehr traurig.“ Der Chefarzt der Werdohler Stadtklinik meint das vollkommen ernst, schließlich ist er ganz bewusst ein Befürworter der ortsnahen medizinischen Krankenhausversorgung. Vor diesem Hintergrund hat Dr. Norbert Pittlik auf Nachfrage unserer Redaktion dargestellt, was die Werdohler Stadtklinik – auch – den Altenaer Bürgern bieten kann.

Norbert Pittlik wohnt im Dortmunder Süden: „Von meiner Wohnung bis zum Klinikum in Mitte sind es auch zwölf Kilometer.“ Manche Stadtteile von Altena liegen ähnlich nah an der Nachbarstadt Werdohl, Dr. Pittlik: „Wir bieten natürlich auch den Altenaer Mitbürgern unser medizinisches Know-How an.“ 

Die Stadtklinik in Werdohl sei hochmodern und biete eine gehobene Grund- und Regelversorgung an. Vor allem im Bereich der notärztlichen Versorgung in der Ambulanz und der im Haus geleisteten Unfallchirurgie sieht Dr. Pittlik sein Team für absolut jeden chirurgischen Notfall und nahezu jeden anderen Notfall gerüstet. 

Der Mediziner kommt selbst aus dem Unfallkrankenhaus Bergmannsheil Bochum. Als er vor knapp 15 Jahren nach Werdohl kam, wollte er an der Stadtklinik ein „Mini-Bergmannsheil“ einrichten. Das habe er geschafft, meint er heute mit unverkennbarem Stolz. 

Dr. Norbert Pittlik und Dr. Klaus Terfloth (rechts) im Beobachtungsraum des Computertomographen, der im Notfall in kürzester Zeit Aufschluss über Verletzungen, zum Beispiel im Bauchraum, gibt.

Dennoch steht er persönlich hinter dem Prinzip des überschaubaren Krankenhauses mitten in der Klein-stadt. „Die Patienten helfen mit, unsere verbleibenden kleinen Krankenhäuser zu erhalten, wenn sie sie auch in Anspruch nehmen,“ sagte Pittlik. Dass es allerdings schwierig ist, eine solch kleine Einheit wirtschaftlich zu führen, weiß nicht nur Verwaltungsleiterin Christine Lehnert. Die Werdohler Stadtklinik arbeitet im Klinikverbund mit dem sehr starken Klinikum Lüdenscheid. 
 
In der Stadtklinik Werdohl werden pro Jahr rund 1000 Arbeitsunfälle und Schulwegsunfälle behandelt. Oberarzt Dr. Dimitrios Karaletsos, Chirurg und Unfallchirurg: „Das sind im Schnitt drei am Tag.“ Unfälle bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin, ebenso wie Schulunfälle, gehören dazu. Die Klinik an der Schulstraße steht für Notfälle 24 Stunden an jedem Tag des Jahres bereit: Und zwar nicht in Rufbereitschaft, sondern in ständiger Anwesenheit.

Dr. Pittlik ist Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin. „Wir arbeiten hier alle auf einem sehr hohen Niveau“, beschreibt Chefarzt Pittlik sein Team, das aus drei weiteren Oberärzten besteht: Neben Dr. Karaletsos arbeiten an der Stadtklinik noch Dr. Klaus Terfloth und Dr. Mohamed Daw. Alle chirurgischen Oberärzte haben noch spezielle Zusatzausbildungen. So könne man das komplette Spektrum an chirurgischen Eingriffen bieten. 

Der zuletzt Aufsehen erregende Fall war der des in Affeln angeschossenen Einbrechers. Pittlik: „Das war für uns sicher eine der spektakulärsten Erstversorgungen in jüngster Zeit.“ 

Bildgebungsverfahren in Echtzeit 

Schwerste Unfälle und Verletzungen sind natürlich seltener als die tagtäglichen Notfälle. Wer also nachts mit starken Bauchschmerzen aufwacht oder die Treppe heruntergestürzt ist und vom Notarzt mit dem Rettungswagen in die Werdohler Stadtklinik gebracht wird, durchläuft ein vielfach eingeübtes und professionell routiniertes System. Der Patient kommt zunächst in den Schockraum zur Erstdiagnostik. Ultraschall- und Reanimationsgeräte stehen dort bereit, zur Feindiagnostik werden innerhalb kürzester Zeit Laborwerte bestimmt, modernste Computertomographie und gleich zwei fahrbare Röntgenbildwandler zu ebener Erde nebenan sorgen in Echtzeit für Aufschluss. Muss operiert werden, geht der Patient sofort in einen der drei OPs, egal zu welcher Uhrzeit.

Dr. Ulrich Valenta ist als Anästhesist leitender Oberarzt, seit August vergangenen Jahres arbeite man auch in Werdohl auf dem gehobenen intensivmedizinischen Niveau des Lüdenscheider Klinikums. Dr. Valenta und Dr. Pittlik sind selbstbewusst: „Wir können hier alles primär versorgen und brauchen intensivmedizinisch praktisch kaum noch Patienten zu verlegen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare