Nach Jahren des Wartens: Arbeiten für Neubau der Lennebrücke laufen

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Rohre für Gas und Wasser sowie Kabel für Strom werden durch einen Düker in der Sohle des Lennegrabens geleitet. Auf der anderen Seite wird der Düker ansteigen, bis er wieder tiefer gelegt wird und die Versorgungsleitungen durch die Lenne führt.

Werdohl – Im Obergraben der Lenne in der Nähe der Lennebrücke sind Bauarbeiten begonnen worden – sie sind der Countdown für den Neubau der seit Jahren einseitig gesperrten Brücke.

Im Auftrag unter anderem von Enervie hat das Neuenrader Bauunternehmen Ossenberg in dieser Woche begonnen, einen Düker durch den Obergraben anzulegen. Durch diesen Düker – eine Art Unterführung – werden die Versorgungsleitungen verlegt, die bislang unter dem Brückenkörper liegen. An der neuen Brücke dürfen keine Leitungen angebracht werden, also müssen Rohre und Kabel an anderer Stelle die Lenne queren. 

Die Leitungen liegen derzeit im stadteinwärts rechtsseitigen Geh- und Radweg der B 236. Von dort aus werden sie den Hang hinunter verlegt und treffen dort auf den Obergraben der Lenne. Der Obergraben wird ausgetrocknet, der Düker wird etwa 1,40 Meter tief eingegraben. Markus Hempel vom Tiefbauer Ossenberg: „Für den Düker wird offen gegraben und nicht gebohrt.“ Nach Querung des Obergrabens steigt der Düker für eine kurze Strecke wieder etwas an, danach senkt er sich ab und wird die Lenne queren. 

Fluss muss trockengelegt werden

Die eigentliche Lennequerung ist erst dann möglich, wenn Gas- und Wasserleitungen sowie Kabel durch den Obergraben geführt worden sind. Um eine Furt durch die Lenne zu graben, muss sie trockengelegt werden. Deshalb wird das komplette Lennewasser eine Zeit lang durch den Obergraben geleitet. 

Der Lenne-Obergraben wird zunächst für den Bau des Dükers abgelassen, danach wird der Graben das komplette Lennewasser für die Zeit des Dükerbaus durch die Lenne aufnehmen.

Der Obergraben und das Laufwasserkraftwerk wird von der Itani-Witwe Dima Tabbara-Itani umgebaut. Der Graben wird an einigen Stellen neu eingefasst, das Betriebsgebäude mit der Turbine ist zum Teil abgerissen worden. Der Gebäudekern ist bereits zum Wassereintritt hin abgestützt und soll neu aufgebaut werden. Das ist zwar Privatsache, spielt aber in die Überlegungen zur Umstrukturierung des Geländes eine Rolle. 

Stadt wird in Baustelle eingebunden

Wenn später die Arbeiten am Lenne-Düker im Gange sind, wird die Stadt in die Baustelle eingebunden. Im Auftrag des Landesbetriebs Straßen.NRW wird der Fluss im Bereich des Westparks nach ökologischen Gesichtspunkten umgestaltet. Dies ist eine Ausgleichsmaßnahme, die der Neubau der Lennebrücke erfordert. Dazu wird das Lennebett unterhalb der Staustufe auf einer Länge von etwa 120 Metern mit dicken Steinen angeschüttet, die wiederum mit Querriegeln aus großen Quadern gegen Abrutschen gesichert werden. Fachleute nennen so etwas Sohlgleite. Der kleine Wasserfall, den man vom Westpark aus beobachten kann, wird wegfallen. 

An dieser Stelle wird die Wasserzufuhr für das private Laufwasserkraftwerk im Lenne-Obergraben gesteuert. Das Kraftwerk wird saniert, Obergraben und Staustufe bleiben erhalten. Der kleine Wasserfall in der Lenne verschwindet.

Der Bau der Sohlgleite und der Fischtreppe werden von der städtischen Tiefbauabteilung betreut. Übrigens: Deren Abteilungsleiter ist Martin Hempel, der Bruder von Markus Hempel von Firma Ossenberg.

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