Lebensmittelmarkt schließt

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Zum Ende des Jahres wird der Edeka-Lebensmittelmarkt nun seine Türen schließen. ▪

GARBECK ▪ Nach 150 Jahren geht eine Ära zu Ende: Zum Ende des Jahres wird der Garbecker Edeka-Lebensmittelmarkt aufgegeben, das berichtete jetzt die Inhaberin Ursula Goebel-Schulte gegenüber unserer Zeitung.

Im Jahre 1858 vom Urgroßvater Clemens Goebel gegründet, war der Laden das erste Lebensmittelgeschäft in Garbeck. Eine Urkunde berichtet ausführlich davon. War es doch in einer Zeit, wo nur die Postkutsche ihren Weg durch das wildromantische Hönnetal den Weg in die abgeschlossene Bauernschaft Garbeck fand. Nach dem Tod von Clemens Goebel im Jahre 1892 übernahm sein Sohn August, der Großvater der heutigen Inhaberin, den Betrieb und erweiterte das Geschäft um eine Textil- und Kurzwarenabteilung.

Im Rahmen der Erbfolge ging dann das Geschäft an seinen Sohn August Goebel jun. weiter. Dieser hat gemeinsam mit seiner Ehefrau Katharina das Geschäft im Laufe der Jahre durch mehrere Um- und Erweiterungsbauten den modernen Anforderungen angepasst.

Am 1. Januar 1981 dann haben die Töchter des Ehepaares August und Katharina Goebel, Adelheid Hoffman und Ursula Goebel, das Geschäft übernommen. Die Einzelfirma wurde in die offene Handelsgesellschaft „August Goebel OHG“ umgewandelt.

Bis zum Jahre 2000 leiteten und modernisierten die Schwestern den Betrieb gemeinsam. Die Textil- und Kurzwarenabteilung wurde aufgegeben, um Platz für eine größere Vielfalt von Waren zu schaffen. Das Angebot an Frischwaren wurde vergrößert, eine Fleischabteilung integriert und die Obst- und die Gemüseabteilung erweitert.

Am 1. Januar 2000 wurde das Geschäft dann wieder zu einer Einzelfirma, geführt von der jüngeren Schwester Ursula Goebel-Schulte.

Im Gespräch kommt bei ihr daher jetzt doch Wehmut auf, als sie Sollbücher aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts zeigt. Früher war es wohl so, dass die Kunden meistens nur einmal im Monat zahlten, nämlich immer am Anfang des Monats. Fein säuberlich wurden dann die Einkäufe des Monats in Sütterlinschrift in das Buch eingetragen. Nebenbei war das Geschäft über die 154 Jahre der Informations-Mittelpunkt des Dorfes. Hier wurde von der Geburt bis zum Tode über alles und jenes gesprochen.

Da für eine zeitgemäße Modernisierung Investitionen in größerem Umfang notwendig wären und aufgrund ihres Alters und einer fehlenden Nachfolge hat sich Ursula Goebel-Schulte nun aber entschlossen, den Betrieb zu beenden.

Die Verhandlungen mit einem Interessenten zwecks einer Übernahme haben leider nicht zum erwünschten Erfolg geführt. Inwieweit die Bäckerei Tillmann von dieser Schließung betroffen ist, war im Vorfeld noch nicht zu erfahren. Um einen Lebensmittelmarkt zu erhalten, könnte vielleicht das Modell aus dem nahen Dahle eine Vorlage liefern. Teile der Bevölkerung gründeten dort eine Genossenschaft und betreiben ihren Dorfladen jetzt mit Erfolg selber. Zu einem Gespräch sei sie immer bereit, sagte Ursula Goebel-Schulte. ▪ hc

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