Nach Hangrutsch am Pungelscheider Weg: Ungeduld in der Bevölkerung wächst

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Seit Ende März ist der Pungelscheider Weg im Bereich des Hangrutsches halbseitig gesperrt. Bauschutt-Container sichern die Gefahrenstelle ab.

Werdohl – Das Banner drückte wohl die Gemütslage der Autofahrer aus, die seit mehr als sieben Monaten am Pungelscheider Weg Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, weil eine Baustellenampel dort den Verkehr regelt.

„Wird das hier noch was?“ war auf dem weißen Laken zu lesen, das jemand an einen der Container gehängt hatte, die dort stehen, seitdem im März ein Teil des Hangs abgerutscht ist. Die mit Bauschutt gefüllten Behälter sollen verhindern, das die Felsbrocken des Hangs weiter auf die Straße rutschen. 

Seit Monaten ringt die Stadt Werdohl mit dem Eigentümer des Grundstücks um eine Lösung. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: Wer muss die Sicherung des Hangs bezahlen? Mittlerweile hat die Stadt ein Gutachterbüro eingeschaltet, eine außergerichtliche Lösung wird angestrebt. Der zuständige Fachbereichsleiter Thomas Schroeder kann deshalb den für ihn in dem Banner steckenden Vorwurf, die Stadt sei untätig, nicht nachvollziehen. „Das kann nur jemand geschrieben haben, der kein Zeitungsleser ist“, sagte er. „Denn sonst wüsste er ja aus der regelmäßigen Berichterstattung, dass sehr wohl an einer Lösung gearbeitet wird – wenn auch gerade nicht von uns.“ 

Stadt wartet auf Einschätzung des Gutachters

Derzeit warte die Stadt auf die Einschätzung des Gutachters. „Wir hatten in der vergangenen Woche noch einmal Kontakt mit dem Büro und haben die Zusicherung erhalten, dass wir kurzfristig ein Ergebnis bekommen sollen“, berichtete Schroeder. Das müsse dann aber auch noch ausgewertet werden, machte er nicht gerade Hoffnung auf ein schnelles Verschwinden der Container. 

Das Banner hat übrigens nur kurze Zeit an dem Container gehangen. Mitarbeiter des Baubetriebshofes hätten es entfernt, sagte Schroeder auf Nachfrage. Warum die Stadt diese Form der Meinungsäußerung nicht einfach dulde? „Weil nicht jeder überall aufhängen darf, was er möchte“, antwortet Schroeder. Und: „Wo sollen wir sonst die Grenze ziehen, was hängen bleiben darf und was nicht?“

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