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Nach Großbrand im Juli: Wieder Feuer bei Kirchhoff

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Von: Maximilian Birke, Volker Griese

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Bei einem Industriebrand in der Härterei Kirchhoff ist vor rund zwei Monaten großer Schaden entstanden. Jetzt hat es dort wieder gebrannt – allerdings mit weitaus geringeren Auswirkungen.
Bei einem Industriebrand in der Härterei Kirchhoff ist vor rund zwei Monaten großer Schaden entstanden. Jetzt hat es dort wieder gebrannt – allerdings mit weitaus geringeren Auswirkungen. © Birke, Maximilian

Die Nacht zu Donnerstag dürfte bei den Mitarbeitern der Firma Kirchhoff in Dresel und auch bei den Kameraden der Feuerwehr böse Erinnerungen geweckt haben. Kurz nach 2 Uhr ging der Alarm bei den Brandbekämpfern ein: In dem Industriebetrieb sollte ein Härteofen in Brand geraten sein.

Werdohl – Diese Meldung stand auch vor rund acht Wochen auf dem Meldeempfänger der Einsatzkräfte. Damals brannte eine Produktionshalle fast komplett aus, weil sich das Feuer rasend schnell vom Härteofen auf die Lüftungsanlage und dann auf das Gebäude ausgebreitet hatte.

So eilten 18 Kameraden auch am frühen Donnerstagmorgen wieder nach Dresel. „Der erste bange Gedanke bei der Einsatzmeldung war: ,Nicht schon wieder’“, berichtet Torsten Sommer, stellvertretender Zugführer des Löschzugs Stadtmitte. „Wir sind mit einem sehr angespannten Gefühl dorthin ausgerückt. Der letzte Großeinsatz war sofort präsent.“

Vor Ort stellte sich heraus, dass es in der Firma tatsächlich zu einem Zwischenfall an einem Härteofen gekommen war. „Durch einen technischen Defekt war Ölnebel im Auslassbereich des Ofens in Brand geraten“, erklärt Sommer. Dieses Mal sei es den Mitarbeitern allerdings gelungen, den Brand zu löschen, bevor er sich weiter ausbreiten konnte. Das Feuer war schon aus, als die Wehrkräfte eintrafen, sodass diesmal keine Maßnahmen zur Brandbekämpfung eingeleitet werden mussten.

Das bestätigte am Donnerstagmorgen auch Geschäftsführer Ulrich Kirchhoff: Ein Mitarbeiter habe den Brand sofort mit einem CO2-Löscher ersticken können. „Es ist kein Schaden entstanden“, sagte Kirchhoff. Zur Sicherheit hatte man dennoch sofort die Feuerwehr alarmiert, um einen Vorfall wie im Juli unbedingt zu vermeiden. Der Notruf sollte sich auch als richtig herausstellen, denn die Feuerwehr konnte nicht ausschließen, dass es zu einer Rückzündung am Ofen kommt, durch die der Brand wieder angefacht worden wäre, berichtet Sommer. „Wir haben den Ofen daher vorübergehend abgeschaltet und den heißen Auslassbereich mit CO2 heruntergekühlt.“ Die Kameraden waren etwa zweieinhalb Stunden vor Ort. Bevor die Einsatzstelle dem Firmeninhaber wieder übergeben werden konnte, wurde die Halle noch gelüftet, um sie vom Brandrauch zu befreien.

In Härtereien kommt es öfter zu kleineren Bränden, denn beim Härten von Stahl werden die Werkstücke auf Temperaturen von bis zu 900 Grad Celsius erhitzt und zum Abkühlen in Ölbäder getaucht. Dieser Vorgang beinhaltet zahlreiche Brandrisiken.

Nach dem Großbrand in der Nacht zum 24. Juli, bei dem Sachschaden in annähernd siebenstelliger Höhe entstanden und eine Produktionshalle weitgehend zerstört worden war, sind bei der Firma Kirchhoff die Planungen für einen Wiederaufbau nach Worten des Geschäftsführers „in vollem Gange“. Ob die abgebrannte Halle tatsächlich komplett neu gebaut werden muss, oder ob sie zumindest in Teilen erhalten werden kann, sei aber noch nicht endgültig entschieden, sagte Ulrich Kirchhoff.

So oder so werde der Wiederaufbau mehr als ein Jahr dauern, schätzt Ulrich Kirchhoff. Wann die Produktion dort wieder aufgenommen werden könne, sei demnach völlig offen. Immerhin habe das Unternehmen aber eine bisherige Lagerhalle umfunktionieren und dort Produktionsanlagen aufstellen können. So könne ein Teil der Produktion jetzt an diesem Ausweichstandort stattfinden.

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