Aufwändiges Verfahren

Nach Glücksspiel-Razzia in Werdohl: So ist der Stand der Ermittlungen

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Nach der Glücksspiel-Razzia im Mai in Werdohl dauern die Ermittlungen der Polizei an.

Auch gut zweieinhalb Monate nach der Entdeckung eines illegalen Spielcasinos in dem Gebäude, in dem sich auch das Restaurant Vier Jahreszeiten befindet, sind die Ermittlungen der Polizei noch nicht abgeschlossen.

Nach Einschätzung eines Polizeisprechers können sie sich auch noch eine ganze Weile hinziehen.

In der Nacht zum 21. Mai hatte die Polizei an der Dammstraße ein illegal betriebes Spielcasino ausgehoben, nachdem Beamte zuvor gegen 1 Uhr in der Nähe einen verdächtigen Mann beobachtet hatten. Weil sein Aufenthalt draußen um diese Uhrzeit einen Verstoß gegen die damals geltende Coronaschutzverordnung darstellte, hatten die Polizisten ihn zur Rede gestellt. Ohne plausible Erklärung, dafür aber mit viel Bargeld in der Tasche, erhärtete sich für die Polizisten der Verdacht, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugehen könnte.

Spielautomaten, Poker- und Black-Jack-Tische

Als mehrere Einsatzkräfte kurze Zeit später Räume in dem großen Gastronomiegebäude durchsuchten, entdeckten sie die nicht genehmigte Spielbank, ausgestattet mit sechs Spielautomaten sowie Poker- und Black-Jack-Tischen. Bei den anwesenden Personen, die zwischen 23 und 58 Jahren alt gewesen und aus Werdohl, Plettenberg, Lüdenscheid, Balve, Neuenrade und Werl gestammt haben sollen, stellten die Beamten Bargeld und hochwertige Uhren sicher.

Seitdem ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die Beteiligten wegen illegalen Glücksspiels. „Das Verfahren ist allein aufgrund der Masse an Zeugen und Tatverdächtigen sehr aufwändig“, sagte Polizei-Pressesprecher Marcel Dilling am Dienstag auf Nachfrage. Es sei deshalb davon auszugehen, dass die Ermittlungen „noch Wochen, wenn nicht Monate dauern“ könnten.

Personalien von 28 Personen aufgenommen

Bei der Razzia hatten die Beamten die Personalien von 28 Personen aufgenommen. Einer der Hauptbeschuldigten hatte wenige Tage nach dem Polizeieinsatz im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt, die Spieltische und -automaten hätten der Therapie von Spielsüchtigen gedient. Der Gastwirt des Restaurants Vier Jahreszeiten will von den Vorgängen überhaupt nichts gewusst haben; sie hätten sich in Räumen abgespielt, zu denen er als Mieter des Gastronomiebetriebs keinen Zutritt habe, beteuerte er.

Ob und wann es zu einer Anklage gegen die Beteiligten kommen wird, ist also noch völlig offen. Allerdings ist illegales Glücksspiel kein Kavaliersdelikt. Für die Teilnahmen daran oder die Bereitstellung von Einrichtungen dafür sieht das Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Bei bandenmäßigem illegalem Glücksspiel sind sogar Freiheitstrafen bis zu fünf Jahren möglich.

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