Nach Aus für Gesamtschul-Kooperation: Frust in Werdohl

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Die Gesamtschule in Werdohl kann nicht mit der Finnentroper Schule kooperieren.

Werdohl – Der Frust ist groß nach dem Aus für die Kooperation der Gesamtschulen in Finnentrop und Werdohl. Der Schulleiter kritisiert die Politik.

AEG-Schulleiter Sven Stocks ist frustriert und enttäuscht, dass die Fusion mit der Gesamtschule Finnentrop nicht zustande kommt. Die Entscheidung der Bezirksregierung, die Fusion zu widerrufen, sei für ihn aber nicht überraschend gekommen

Die erforderliche Zahl von 150 Neuanmeldungen sei weit verfehlt worden. Er sei von Anfang an nicht allzu optimistisch gewesen, was die Gründung des Zweckverbands anging. Der Schule in Gesamtheit will er keinen Vorwurf machen lassen: „Wir haben unser attraktives Angebot mit allen Kräften nach außen vertreten.“ Man habe „gute Werbung“ betrieben und einen „hervorragenden“ Tag der offenen Tür veranstaltet. Dass diese Anstrengungen nicht zum Erfolg geführt haben, frustriere ihn. 

"Jahrelanges Hinausschieben"

Kritik übt er an Rat und Verwaltung: „Das jahrelange Hinausschieben einer Entscheidung hat vor allen Dingen der Gesamtschule geschadet.“ Eltern hätten kein Verständnis für die „fehlende Entscheidung“ gehabt und ihre Kinder in den umliegenden Städten angemeldet. Die Kommunen rund um Werdohl hätten Schüler abziehen können, das sei auch zu Lasten der Realschule gegangen.

„Das ist eine ganz schlimme Situation für Werdohl“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender und Schulausschussvorsitzender Wilhelm Jansen. Man sei auf den Stand von 2015 zurückgeworfen worden: „Wir stehen wieder bei Null.“ 

Ungewisse Zukunft

Die gesamte Schullandschaft stehe jetzt wieder zur Debatte. Es sei zu diskutieren, welche Schule in Werdohl übrig bleibe, ob es das Abitur in Werdohl noch geben könne und was mit dem Schulgebäuden auf dem Riesei inklusive Festsaal und Jugendeinrichtungen passiere. Er wäre froh gewesen, wenn die Bezirksregierung dem Zweckverband ein oder zwei Jahre Chancen gegeben hätte. 

SPD will Transparenz

Die SPD werde jedenfalls nicht mehr an einem internen Arbeitskreis Schule mitarbeiten, der sei „keine Option“. Alles müsse öffentlich und für Eltern transparent diskutiert werden. Als Vorsitzender des Schulausschusses werde er dafür sorgen, dass bei der Sitzung am Montag über die geplatzte Diskussion diskutiert werde. 

CDU: Wieder "bei Null" angekommen

Der CDU-Fraktionssprecher Stefan Ohrmann war ebenfalls der Meinung, wieder „bei Null“ angekommen zu sein. Die gefundene Lösung sei „perfekt“ gewesen. Er habe sich gewünscht, der Fusion mindestens ein Jahr Zeit zu geben. Die Elternpflegschaftsvorsitzende der Bigge-Lenne-Gesamtschule Finnentrop hat für kommenden Montag einen Elternpflegschaftsabend organisiert, an dem Christiane Kampelmann-Springer von der Bezirksregierung teilnehmen wird.

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