Nach geplatzter Gesamtschul-Fusion: Wie kann es weitergehen?

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Fachbereichsleiter Michael Grabs (links) und Schulausschussvorsitzender Wilhelm Jansen spielen entscheidende Rollen bei der Frage, welche Schulform in Werdohl in Zukunft übrig bleiben wird.

Werdohl - Was kann kommen? Die wenigen Möglichkeiten, die der Rat der Stadt Werdohl für die bevorstehende Schul-Entscheidung hat, will die Verwaltung in einer Vorlage für den nächsten Sonder-Schulausschuss vorstellen. Das erklärte Fachbereichsleiter Michael Grabs am Montag den zum größten Teil schockierten Ausschussmitgliedern.

Wie bereits berichtet, geben die Schülerzahlen in der Zukunft nur noch die Basis für eine einzige vierzügige Schule in Werdohl her. Dabei muss entschieden werden, ob dass die Realschule oder die Gesamtschule sein wird oder ob eine neue Sekundarschule gegründet wird. Mehr Möglichkeiten habe die Stadt nicht. 

Die Bezirksregierung gibt sogar die Richtung vor, auf welche Weise die Politiker zu dieser Entscheidung kommen sollten. Um den schon lange anhaltenden Schulfrieden in Werdohl zu bewahren, sollte die Entscheidung möglichst einstimmig sein und aus dem politischen Raum kommen. Eine Beteiligung der Eltern der jetzigen dritten und vierten Grundschulklassen in Werdohl sei keine Option, übermittelte Michael Grabs die Wünsche der Bezirksregierung. Die Eltern hätten naturgemäß die Laufbahn der eigenen Kinder im Blick und könnten nicht zukunftsweisend für alle Kinder und Eltern der Stadt sprechen. Grabs verdeutlichte den Politikern auch den zeitlichen Druck, den sie für ihre Entscheidung haben. Möglichst im ersten Schulhalbjahr soll entschieden sein, welche Schule in Zukunft in Werdohl dauerhaften Bestand haben soll. Spätestens im Herbst müsse die Entscheidung umgesetzt werden. 

Fraktionssprecher zeigen sich fassungslos

Die Sprecher aller vier Fraktionen zeigten sich mehr oder weniger fassungslos, entsetzt und ratlos. Frank Jardzejewski (CDU) sagte, dass er „maßlos enttäuscht“ sei. Er spreche für sich, weil die CDU noch keine Gelegenheit gehabt hätte, sich als Fraktion eine Meinung zu bilden. Mit der Gesamtschulfusion sei die optimale Lösung gefunden worden, die von den Eltern aber nicht angenommen worden sei. Auch er habe sich gewünscht, dass der Fusion ein wenig mehr Zeit gegeben worden wäre. Für Jardzejewski war aber auch klar: „Die Schullandschaft wird sich im kommenden Jahr rigoros verändern.“ Thorsten Hänel von der WBG zeigte sich ebenfalls „sehr enttäuscht“. Arnsberg mache es sich zu leicht, die Gesamtschule hätte Zeit für eine Entwicklung gebraucht, der Arbeitskreis Schule habe sehr gute Arbeit geleistet: „All das ist jetzt kaputt.“ 

Der Ausschussvorsitzende Wilhelm Jansen sprach auch als SPD-Politiker. Der Arbeitskreis Schule habe vertraulich und nicht-öffentlich arbeiten müssen und ein „super Ergebnis“ abgeliefert. Jansen kritisierte die Bezirksregierung: „Die haben das ganz lapidar abgesagt.“ 

Kritik von AEG-Schulleiter Stocks

Auch FDP-Sprecher Alexander Lilienbeck haderte mit der Bezirksregierung: „Die Entscheidung der Bezirksregierung geht an der Realität vorbei.“ Die Gesamtschulfusion hätte wenigstens ein Jahr Zeit benötigt. 

AEG-Schulleiter Sven Stocks erneuerte hingegen seine Kritik an der Stadtverwaltung: „Wir hätten uns ein wenig mehr Unterstützung und Erklärung vom Schulträger gewünscht.“ 

Michael Grabs gestand der Bezirksregierung zu, sich „neutral und sachlich“ zu verhalten. Unter diesem Blickwinkel müsse eine Entscheidung getroffen werden, welche die richtige Schulform für Werdohl in der Zukunft sein werde.

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