Polizei gerufen

Nach Familienstreit: Werdohler kassiert Bewährungsstrafe

Bei der Festnahme wehrte sich der Werdohler.
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Bei der Festnahme wehrte sich der Werdohler.

Nach einem lautstarken Familienstreit, zu dem die Polizei im September gerufen worden war, fiel im Amtsgericht nun das Urteil. Der 37-Jährige Werdohler, der Widerstand gegen die Beamten geleistet hatte, kassierte eine Bewährungsstrafe. Die Hintergründe.

Werdohl – Lautstarke familiäre Streitigkeiten und der Verdacht häuslicher Gewalt waren am 19. September der Anlass für einen Polizeieinsatz in Werdohl. Im Flur der Wohnung, zu der die Polizisten gerufen worden waren, kam ein Mann den Beamten bereits mit erhobenen Fäusten entgegen, was diese als versuchte Körperverletzung bewerteten.

Ein Polizist brachte den alkoholisierten Mann mit einem gezielten Tritt in die Magengegend zu Boden. Er wurde fixiert und in den Gewahrsam in Lüdenscheid gebracht.

Widerstand und Beleidigung

Im Amtsgericht Altena musste sich der 37-Jährige jetzt wegen eines tätlichen Angriffs, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung verantworten. An seiner Ex-Frau, der zweiten Beteiligten an dem Streit, bemerkten die Beamten eine Rötung im Gesicht und ein leichtes Nasenbluten.

Beide Beteiligten versicherten allerdings, dass sie ihre Streitigkeiten nicht körperlich ausgetragen hätten. Sowohl der Angeklagte als auch seine Ex-Frau erklärten, dass sie den Einsatz als unverhältnismäßig empfanden. „Die Frau war aufgebracht und nicht gut auf uns zu sprechen“, erinnerte sich einer der Polizisten im Amtsgericht. Irgendjemand musste auf den lautstarken Krawall reagiert und die Polizei angerufen haben.

Haftstrafe beantragt

Die Staatsanwältin beantragte im Amtsgericht Altena eine stattliche Haftstrafe von acht Monaten ohne Bewährung für den 37-Jährigen. Verteidiger Dominik Petereit verneinte, dass es eine versuchte Körperverletzung und einen tätlichen Angriff gegeben habe.

„Das war nicht in Ordnung“, gab der Angeklagte zu. „So sollte man nicht reagieren.“ Letztlich blieb es bei der großzügig bemessenen Haftstrafe von acht Monaten, die Richter Dirk Reckschmidt aber zur Bewährung aussetzte.

Er machte dem Angeklagten klar, dass es die Polizei durchaus etwas angehe, wenn es Grund für einen Verdacht häuslicher Gewalt gebe. Als Bewährungsauflage muss der 37-Jährige außerdem 100 Sozialstunden ableisten.

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