Verantwortliche sind sich einig

Nach der Bundestagswahl: Grüne und FDP in Werdohl wollen die Ampel

Manchmal bestritt Jens Ott die Infostände der Grünen in Werdohl ganz alleine. Die Mannschaft sei noch sehr klein und arbeite praktisch erst seit Mai 2021 zusammen.
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Manchmal bestritt Jens Ott die Infostände der Grünen in Werdohl ganz alleine. Die Mannschaft sei noch sehr klein und arbeite praktisch erst seit Mai 2021 zusammen.

Das Selfie von Annalena Baerbock, Robert Habeck, Christian Lindner und Dr. Volker Wissing ging viral durchs Netz.

Das Foto der Spitzen von Grünen und Liberalen gilt als eine jung und modern wirkende Botschaft, dass man schnell in gemeinsamen Gesprächen Möglichkeiten einer Regierungskoalition finden will. Vieles deutete auch im Verlauf des Mittwochs darauf hin, dass Grüne und Liberale auf eine Koalition unter SPD-Kanzler Olaf Scholz zusteuern.

Der Werdohler FDP-Vorsitzende Alexander Lilienbeck formuliert es ganz besonders griffig: „Mit wem bei der zerstrittenen CDU sollen FDP und Grüne denn über eine Regierungskoalition verhandeln? Wer wäre da Ansprechpartner?“ Die Union gebe nicht das Bild ab, in Zukunft ein verlässlicher Regierungspartner sein zu können. „Ich bin für eine Ampel-Koalition“, spricht sich Lilienbeck für eine Zusammenarbeit von SPD, Grünen und FDP aus. Für die CDU hat er nicht allzu viel übrig. Die NRW-Landesregierung aus CDU und FDP sei „geräuschlos erfolgreich“. Eine natürliche Nähe von FDP und CDU sieht er nicht unbedingt und für die Zukunft noch weniger. Die fehlende Distanzierung zu Hans-Georg Maaßen und die wenig fortschrittliche Haltung der CDU zum Einwanderungsgesetz seien für Liberale eher trennend als verbindend.

Aktuelle Informationen erhofft

Eine Ampelkoalition spiegele aus Lilienbecks Sicht auch das Wahlergebnis wider. Die Ränder seien geschwächt, die Mitte gestärkt: Da sieht er SPD, Grüne und FDP. Dass FDP und Grüne zuerst Gemeinsamkeiten ordnen und sich so modern für die Zukunft im Sinne ihrer jungen Erstwähler stellten, sei ganz in seinem Sinne. Am Donnerstag nimmt Lilienbeck an einer Kreishauptausschusssitzung der FDP in Iserlohn teil und hofft dann auf interne Informationen zur Wahlnachlese. Mit Johannes Vogel aus Lüdenscheid habe die heimische FDP einen Mann in Berlin, der sicher aktuell per Video-Zuschaltung berichten könne.

Die internen Gespräche von Grünen und FDP gehen auch für den Werdohler Grünen-Sprecher Jens Ott in Ordnung. Eine Zusammenarbeit der beiden Parteien sei sicherlich Neuland, aber „durchaus sinnvoll“. Grüne und Liberale hätten eine gute gemeinsame Position, in die Koalitionsgespräche mit SPD und CDU zu gehen. Die Wunschkoalition ist für den Werdohler Grünen die mit der SPD: „Ich tendiere zur Ampel, das würde auch durch das Wahlergebnis abgedeckt.“ Mit der SPD könnten einfacher grüne Themen vorangebracht werden. Die Grünen wollten einen Politikwechsel in Deutschland, dafür stünde auch die FDP. Und die SPD sei sicher bereiter für einen Wechsel als die CDU. Dass Grüne und FDP sich vorab schon auf eine „zielführende Gesprächskultur“ einließen, sei ein gutes Signal auch an die vielen Jungen in der Gesellschaft.

Ott: Erst Themen und Ressorts festlegen, dann Personen

Wer die Vizekanzlerschaft bei den Grünen in Anspruch nehmen sollte, weiß Ott nicht: „Es gibt für beide gute Gründe, ich könnte mich aktuell nicht entscheiden.“ Ott meint, dass zuerst die Themen und Ressorts festgelegt werden sollten und dann die Personen, die sie vertreten.

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