Gebäude wird verkauft

Nach Abschied auf Raten: Toyota-Autohaus in Ütterlingsen schließt im Juli

Im Toyota-Autohaus in Ütterlingsen werden schon seit zwei Jahren keine Neuwagen mehr verkauft, auch der Werkstatt-Vertrag mit Toyota ist gekündigt. Geschäftsführer Rodriguez hat schon Interessenten für Gebäude, Grundstück und Inventar.
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Im Toyota-Autohaus in Ütterlingsen werden schon seit zwei Jahren keine Neuwagen mehr verkauft, auch der Werkstatt-Vertrag mit Toyota ist gekündigt. Geschäftsführer Rodriguez hat schon Interessenten für Gebäude, Grundstück und Inventar.

Neuwagen der Marke Toyota werden bei B&R Automobile in Werdohl-Ütterlingsen schon seit zwei Jahren nicht mehr verkauft, jetzt ist auch der Gebrauchtwagenplatz gefegt – José Rodriguez gibt sein Geschäft in Werdohl auf und geht anschließend in Rente.

Alle Autohersteller machen ihren Vertragshändlern strenge Auflagen, wie die Häuser auszusehen haben, wie die Autos verkauft werden sollen und welche Services anzubieten sind. Das ist bei Toyota nicht anders. José Rodriguez wollte das für den Werdohler Standort von B&R Automobile nicht mehr mitmachen. Er schließt den Betrieb zum Juli dieses Jahres. „Etwa 150 000 bis 200 000 Euro hätten wir investieren müssen, um wieder einen Sales-Vertrag mit Toyota zu bekommen“, berichtet Rodriguez. Der gebürtige Spanier wird bald 63 Jahre alt und lebt in Hohenlimburg.

Sein Geschäftspartner Klaus Ballauf – er ist das „B“ in B&R – wird das moderne Toyota-Autohaus am Lüdenscheider Römerweg weiterführen. Die Schließung des Werdohler Standorts des gemeinsamen Unternehmens hat darauf keinen Einfluss.

Verpflichtungen werden noch abgearbeitet

In Werdohl werden noch die eingelagerten Kundenräder zurückgegeben oder anderswo eingelagert. Zwei oder drei Monate würden diese Verpflichtungen noch abgearbeitet, dann wird das Geschäft geschlossen. Betroffen sind mehrere Mitarbeiter: Der Vertrag des Juniorverkäufers war bis Mitte des Jahres befristet, dem Serviceberater und dem Lackierer wurde zum Juli gekündigt. Der Lehrling beendet seine Ausbildung in Lüdenscheid, ein Geselle geht ebenfalls zum Römerweg.

Rodriguez will das gesamte Gelände samt Gebäuden und Hallen sowie der kompletten Einrichtung verkaufen. Dazu gehören die Werkstatt, eine Lackieranlage, Waschstraße mit Fahrzeugaufbereitung und Büros inklusive EDV-Anlage. Es gebe schon allerhand Interessenten aus der Autobranche. Rodriguez ist zuversichtlich, dass er alles zu einem vernünftigen Preis los wird: „Wir finden jemanden, der hier weitermachen will. Derjenige kann sich auf meinen Stuhl setzen und sofort loslegen.“

Einstiges Opel-Autohaus übernommen

Ballauf und Rodriguez hatten vor 25 Jahren mit der Übernahme von Auto Rau in Neuenrade begonnen. Die beiden wollten expandieren und bauten später neu am Römerweg in Lüdenscheid. „Dort sind wir schnell gewachsen, konnten uns aber an Ort und Stelle nicht erweitern“, erinnert sich Rodriguez. Man suchte in der näheren Umgebung und wurde in Werdohl fündig. In Ütterlingsen stand das Opel-Autohaus Werdohl zum Verkauf. Vor etwa 17 Jahren ging es dort mit Toyota weiter. Vor allem aufwendigere Werkstatt- und Servicearbeiten konnten neben dem Verkauf auf dem großzügigen Gelände realisiert werden.

Im Toyota-Autohaus in Ütterlingsen werden schon seit zwei Jahren keine Neuwagen mehr verkauft, auch der Werkstatt-Vertrag mit Toyota ist gekündigt. Geschäftsführer Rodriguez hat schon Interessenten für Gebäude, Grundstück und Inventar.

Vor drei Jahren begann sich der Abschied abzuzeichnen. Nachdem der Verkaufsvertrag mit Toyota gekündigt worden war, blieb zunächst der Verkauf von Tageszulassungen beziehungsweise Vorführwagen aus Lüdenscheid. Gebrauchtwagen nahm man in Zahlung und verkaufte sie weiter.

Werkstatt-Vertrag mit Toyota bereits aufgegeben

Zum Herbst 2020 gab Rodriguez schließlich auch den Werkstatt-Vertrag mit Toyota auf. Auch hier hätte er gewaltig investieren müssen, um den Anforderungen des Autobauers gerecht werden zu können. Seitdem ist klar, dass die Toyota-Tage an der Ütterlingser Straße gezählt waren.

Die Kapazitäten für die Toyota-Kunden in Lüdenscheid am Römerweg seien jetzt wieder ausreichend. Arbeiten an der Karosserie, die bislang in Werdohl geleistet wurden, werden zukünftig an Externe vergeben. Das sei in der ganzen Branche üblich, so Rodriguez. Bestimmte Schweißgeräte für Hochfestigkeitsbleche zum Beispiel könnten kleinere Betriebe kaum vorhalten. Die Vergabe an spezialisierte Betriebe sei günstiger.

Kleinere Häuser für Händler nicht so lukrativ

Die Hersteller würden ohnehin lieber mit wenigen großen als mit vielen kleineren Händlern zusammenarbeiten. Kleinerer Häuser könnten einfach nicht genügend Autos absetzen, um in die lukrativen Bonusstaffeln der Hersteller zu kommen. Der Neuwagenverkauf sei damit äußerst schwierig geworden, zumal alle Preise längst auf dem Markt transparent sind.

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