Mutprobe Purzelbaum: Nachwuchs versucht sich an der Vorwärtsrolle

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Monika Bott leitet die „Turnfrösche“ des TuS Versetal. Sie sagt: „Purzelbäume sind auch heute noch gut.“ Den Mädchen und Jungen macht die Vorwärtsrolle ganz offensichtlich jede Menge Spaß.

Werdohl - Kobolz, Kalabums, Kopsterbölter oder Kusselkopf – diese Bezeichnungen kennt sicher nicht jeder. Die Turnübung, die sich dahinter verbirgt, ist dagegen allgemein bekannt: die Rede ist von der Rolle vorwärts, dem Purzelbaum, der alljährlich am 27. Mai mit einem Welttag gewürdigt wird.

Er hat zwar schon viele Jahre auf dem runden Rücken, doch auch heute zählt der Purzelbaum noch zu den beliebtesten Übungen. Vor allem für den Nachwuchs. Im Kindergarten, in der Grundschule, und beim Kinder-Turnen rollen und kugeln sich Mädchen und Jungen auf blauen Turnmatten. Manchen macht das Rotieren um die momentane Drehachse mächtig viel Spaß, andere tun sich eher schwer. 

Das kann auch Martina Hofmann bestätigen, die stellvertretende Leiterin der Awo-Kindertagesstätte Sonnenschein. Mit den Vorschulkindern und den Mädchen und Jungen, die im kommenden Jahr eingeschult werden, übt sie während der wöchentlichen Turnstunde hin und wieder auch den Purzelbaum. Bevor es soweit ist, steht natürlich erst ein spielerisches Aufwärmprogramm auf dem Plan. Begeistert flitzen die Fünf- und Sechsjährigen durch den Raum, wechseln auf das Kommando von Martina Hoffmann blitzschnell die Richtung oder legen sich flach auf den Boden. 

Kinder sind kaum noch zu halten

Als die Erzieherin wenig später die Turnmatte platziert hat, sind die Kinder kaum noch zu halten. Immer wieder purzeln sie von einer Seite zur anderen. Einige sind sogar zu waghalsig, stürzen sich mit viel Anlauf in die Rolle oder verzichten kurzerhand auf die Zuhilfenahme der Hände und Arme. Klar, dass Martina Hoffmann diese Kinder bremsen muss – während sie anderen Mut zuspricht. Das zeigt Wirkung: Bis auf eine Ausnahme trauen sich alle an den Purzelbaum heran. 

Dass die Rolle inzwischen für einige Kinder eine echte Mutprobe ist, kann auch Monika Bott bestätigen. Seit 24 Jahren ist sie als Übungsleiterin beim TuS Versetal tätig, leitet das Eltern-Kind-Turnen und zwei Kinderturngruppen. Sie hat festgestellt, dass sich im Laufe der Jahre einiges verändert hat. „Früher haben die Kinder öfters draußen gespielt. Sie sind auf Bäume geklettert, haben Rolle, Rad und Handstand auf der Wiese geübt. Heute verbringen immer mehr Kinder viel Zeit am Computer oder vor dem Fernseher“, stellt Monika Bott fest. Sie seien deshalb motorisch einfach nicht mehr so fit wie ihre Eltern oder Großeltern. 

Lernprozess dauert heute länger 

„Deshalb dauert es heute oftmals viel länger bis die Kinder eine Vorwärtsrolle gelernt haben“, berichtet die Übungsleiterin. Trotzdem legt sie Wert darauf, den Mädchen und Jungen diese Übung beizubringen: „Purzelbäume sind auch heute noch gut. Das Rollen gehört zu den Grundfertigkeiten, die Voraussetzung für spätere Sportarten sind. Ebenso laufen, hüpfen, balancieren und schwingen.“ 

Und nicht nur aus diesem Grund gehört der Purzelbaum zum Übungsprogramm im Versetal: „Gerade wenn sich die Kinder überwinden mussten, eine Rolle auszuprobieren, sind sie hinter mächtig stolz, wenn sie geschafft haben. Das macht Mut und sorgt für neue Motivation.“

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