Mutmaßliche Einbrecher vor Gericht

Werdohl - Ein Mammutprozess steht dem Landgericht Hagen bevor: Vier Männer aus dem Kosovo und Albanien im Alter zwischen 35 und 43 Jahren müssen sich dort seit Mittwoch wegen insgesamt 45 schwerer Einbruchdiebstähle verantworten.

Sie sollen in wechselnder Besetzung daran beteiligt gewesen sein. Der mutmaßliche Kopf der Bande, ein 42-jähriger Kosovare, soll alle Einbrüche geplant und veranlasst haben, aber bei den Taten nicht vor Ort gewesen sein. Von Hagen aus soll er als Organisator der straff organisierten Bande die Diebestouren vorbereitet und ihre Durchführung geplant haben. Der Schwerpunkt der Aktivitäten soll dabei in mehreren Städten und Gemeinden des Märkischen Kreises gelegen haben. 26 der insgesamt 45 Einbrüche und Einbruchsversuche, die die Ermittler auf das „Konto“ dieser Bande buchten, spielten sich hier ab, fünf davon in Werdohl.

Laut Anklage arbeiteten die Einbrecher die Städte schwerpunktmäßig ab. In Werdohl gab es mehrere Tatzeiträume: Bei einem Einbruch in eine Privatwohnung am 4. März stahlen Einbrecher 75 Euro aus einer Geldbörse – noch am gleichen Tag suchten die Täter ein Haus an der Selvestraße heim. Am 11. März kamen erneut Einbrecher nach Werdohl: Bei einem Einbruchsversuch wurden sie beobachtet und flüchteten ohne Beute. Eine Woche später war das Ziel ein Haus an der Karl-Diem-Straße: Dort erbeuteten Einbrecher Uhren und Ringe im Wert von 350 Euro. Noch am gleichen Abend erbeuteten die Täter unter anderem eine Spardose in einem Haus an der Berliner Straße.

Fünf Einbrüche, beträchtliche Schäden und eine eher geringe Beute – Werdohl war für Einbrecher offenbar keine Reise wert. Nicht viel „besser“ lief es bei den Nachbarn in Plettenberg, wo sieben der angeklagten Einbrüche verzeichnet wurden. Doch dort erbeuteten die Täter schon mal bis zu 1000 Euro Bargeld oder Schmuck. Mehrere Male blieb es beim Versuch. Wenn die Einbrecher nichts Mitnehmenswertes fanden, zogen sie sich einfach zurück.

Alle vier Angeklagten wollten am Mittwoch zum Auftakt der Verhandlung nichts zu den Vorwürfen sagen, der mutmaßliche Kopf der Bande bestritt die Vorwürfe. Daran änderte auch ein klärendes Gespräch unter den Berufsjuristen nichts. Das Gericht, dem nach derzeitiger Planung noch 24 aufwändige Verhandlungstage bevorstehen, machte Angebote für ein umfassendes Geständnis und die Namen weiterer Mittäter: Knapp fünf Jahre für den mutmaßlichen Kopf der Bande, um drei Jahre und sechs Monate für seine Mitangeklagten. Doch darauf wollte sich beim derzeitigen Stand des Verfahrens niemand einlassen. Das Verfahren wird am 6. Oktober ab neun Uhr im Landgericht fortgesetzt. - Von Thomas Krumm

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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