„Ich gehe meine eigenen Wege“

Mustafa Cagin lebt mit Hunden und Kindern in der Borbecke in einer sonderbaren Welt

Der Bernhardiner „Bruno“ und die Hündin „Leila“ hält Cagin in einem Zwinger, der Kreisveterinär habe uneingeschränkt Zugang.
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Der Bernhardiner „Bruno“ und die Hündin „Leila“ hält Cagin in einem Zwinger, der Kreisveterinär habe uneingeschränkt Zugang.

Wer ist der Mann, der neben dem zerfallenen Haus in der Borbecke lebt und seine Hunde in so gerade eben annehmbaren Verhältnissen im Zwinger hält? Mustafa Cagin weiß um die Anfeindungen gegen seine Person und die vergeblichen Bemühungen von Tierschützerinnen, ihm seine Hunde wegzunehmen.

Cagin ist stolz auf sein selbstbestimmtes Leben abseits gesellschaftlicher Übereinkünfte: „Ich gehe meine eigenen Wege.“

Bei sämtlichen Behörden ist er bekannt, nicht erst seit dem ein Lkw in sein Haus fuhr und es komplett einstürzte. Cagin redet seitdem unablässig davon, dass er das Haus an genau derselben Stelle wieder aufbauen möchte, er von Behörden aber daran gehindert werde. Nachbarn und Politiker fragen sich seitdem, ob man denn nichts gegen diesen Zustand unternehmen könne.

Von dem Gelände geht keine Gefahr aus

Seitens des Ordnungsamtes und des Bauamtes ist nichts zu machen. Von dem Gelände geht keine Gefahr für die Öffentlichkeit aus, es sieht einfach nur schlimm aus. Cagin behauptet, er sei im Streit mit der Versicherung. Eine Zeit lang habe er selbst in einem der Autos auf dem Gelände gelebt, mittlerweile wohne er „daneben“. Im Auto liegt Bettzeug, oft übernachte er dort, um auf die Hunde aufzupassen.

Immer wieder würden Tierschützerinnen und andere Leute auf sein fest umzäuntes Grundstück eindringen und die Hunde widerrechtlich filmen und fotografieren. „Früher habe ich jedes Mal die Polizei geholt“, sagt Cagin. „Mittlerweile habe ich es aufgegeben. Bringt nichts.“ Stattdessen lege er sich ins Auto und überrasche die Eindringlinge. Mit seiner langen Mähne, dem Bart und den funkelnden Augen sieht er zuweilen recht wild aus.

Kreisveterinär hat Zugang zu den Hunden

Zugang zu seinen Hunden hat Kreisveterinär Dr. Trappe: „Wir kennen uns schon seit 20 Jahren.“ Dr. Trappe hatte sich erst vor wenigen Tagen wieder einmal davon überzeugt, dass die Hunde gerade eben so nach den gesetzlichen Mindestanforderungen untergebracht sind. Der Gesundheitszustand des sechsjährigen Bernhardiners und der elfjährigen Hündin sei soweit gut. In den Papieren stehe der Name „Bandit“ für den Bernhardiner, Cagin nennt ihn aber „Bruno“. Die Hündin heiße „Leila“. Er wisse, dass er sehr dominante Tiere habe. Der Rüde leckt Cagin treu durchs Gesicht, verbeißt aber die Hündin, sobald Mustafa Cagin den Zwinger betritt.

Ungefähr 50 sei er, sagt Cagin und kokettiert mit seinem Alter, seinem Aussehen und seinem Verhältnis zu Frauen. Verheiratet sei er, aber er werde von seiner Familie gehasst, so wechselt seine Stimmung. Allerdings gibt es auch Kinder bei ihm: Der jüngste werde im April elf Jahre. Wie viele Kinder Cagin hat, will er nicht sagen.

Cagin lebt anders als andere Menschen

Nein, psychisch krank sei er nicht, sagt er, direkt darauf angesprochen. Einmal sei er für 24 Stunden zwangseingewiesen, danach aber wieder entlassen worden. Im Augenblick sei er arbeitslos. Er lebe eben anders als die anderen. Das gefalle niemandem, es sei ihm mittlerweile aber egal: „Die sollen mich doch einfach in Ruhe lassen.“

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