Muslime wollen im offenen Dialog Vertrauen schaffen

Rund 30 Werdohler Bürger nutzten das Informationsangebot. Offene und interessante sowie ausführliche Gespräche seien so zustande gekommen. - Foto: Riedl

WERDOHL -   Seit 1997 veranstalten die islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland jährlich einen Tag der offenen Tür. An der bundesweiten Veranstaltung, die stets am Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober stattfindet, beteiligten sich auch die Mitglieder der Werdohler Eyüp-Sultan-Ditib-Moschee.

Sie hatten also am Donnerstag und auch noch einmal am Freitag ihre Gebetsstätte geöffnet und luden Interessierte zum offenen Dialog ein. Das Motto der Veranstaltung in diesem Jahr lautete: Umweltschutz, Moscheen setzen sich ein.

Mit der Festlegung eines Themenschwerpunktes wollen Muslime in Deutschland ihr Potential demonstrieren – nicht nur in Religionsfragen möchten sie ihren Mitmenschen offen gegenüber treten, sondern ihnen auch die Möglichkeit geben, das muslimische Selbstverständnis aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

Sebnem und Muhammet Güven sowie Demet Topcu führten an den beiden Tagen an die 30 Werdohler durch ihre Moschee und luden zum Dialog ein. Offene, interessante Gespräche seien so zustande gekommen, die das „allgemein verzerrte Bild des Islam gerade rücken“ sollten. Unzureichende Information in Medien und Gesellschaft, aber auch manches kulturelle Vorurteil, sollten durch die authentische Vermittlung der Religion Vertrauen zwischen den Menschen schaffen.

Es ist die Hoffnung der Muslime, dass dies zu einer veränderten Wahrnehmung des Anderen führt. Das sei das erklärte Ziel der Muslimen. Im Werdohler Fall nutzen die Bürger diese Gelegenheit, im direkten Dialog ihre Fragen und Gedanken an Sebnem und Muhammet Güven sowie Demet Topcu heranzutragen, die ihrerseits gerne und ausführlich antworteten.

Zum Motto des Tages gab es dabei folgendes zu sagen: Klimaerwärmung, Luftverschmutzung, Hungersnöte, unwürdige Tierhaltung, Wassermangel und vieles mehr sind Umweltprobleme, die auch den Muslimen bewusst seien. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur sei deshalb auch für sie von Bedeutung, um die Erde für nachfolgende Generationen zu erhalten. Die Achtung von Natur und Umwelt, ein Bewusstsein, Verschwendung jeglicher Art zu vermeiden seien daher selbstverständliche Charakterzüge eines jeden Muslims, hoben sie deutlich hervor.

Aber nicht nur das Thema Umweltschutz wurde von den Moschee-Besuchern angesprochen. Worauf wird im Glauben besonderer Wert gelegt oder welche Aufgaben übernimmt der Hodscha in der Gemeinde, waren Fragen, die die Werdohler ebenso interessierten.

Von Susanne Riedl

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