Musikschule weiter im Wandel

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Stolz präsentieren diese Werdohler Grundschüler, was sie im Rahmen des Jeki-Unterrichts gelernt haben. Das Foto entstand im Rahmen eines kleinen Konzertes kurz vor den Sommerferien in der Grundschule St. Michael.

Werdohl - „Unsere Arbeitsbereiche haben sich in den vergangenen Jahren verlagert“, stellt Musikschulleiter Martin Theile fest. Während der klassische Nachmittagsunterricht an den einzelnen Standorten der Musikschule weniger gefragt ist, sind die Musiklehrer zunehmend in den Schulen der Mitgliedsstädte im Einsatz. „Wir können sogar auf leicht ansteigende Anmeldezahlen verweisen“, sagt Martin Theile.

Schon vor Jahren habe das Kollegium der Musikschule beschlossen, nicht auf Schüler zu warten, sondern sich auf den Weg zu den Kindern und Jugendlichen in die Schulen und Kindergärten zu machen. „Die zunehmende Schulzeitverdichtung und das G-8-Abitur machen sich bemerkbar“, weiß der Musikschulleiter. Um der zeitlichen Belastung der Schüler entgegenzuwirken, sei es durchaus sinnvoll, den Musikschulunterricht in den Schultag zu integrieren. „Zumal ein ganz großes Bedürfnis nach musikalischer Bildung besteht“, weiß Theile.

Die breitenmusikalische Ausbildung durch die Musikschule sei durchaus richtig und wichtig. „Kinder, die zwei Jahre lang im Rahmen des Jeki-Projektes ein Instrument gespielt haben, werden das als ganz konkrete kulturelle Erfahrung für ihren weiteren Lebensweg mitnehmen“, sagt der Musikschulleiter. Allerdings habe der Unterricht in den Schulen, der oftmals in größeren Gruppen stattfindet, eine andere pädagogische Aussage und entsprechend eine andere Wertigkeit als der klassische Musikschulunterricht. „Es ist natürlich ein anderes Lernen, wenn in einer größeren Gruppe unterrichtet wird“, verdeutlicht Theile. Hinzu komme, dass die Lern- und Übungsmotivation der einzelnen Kinder und Jugendlichen im Rahmen des Schulunterrichts stark schwanken könne.

Der Wandel innerhalb der der Musikschule hat aufgrund der qualitativen Unterschiede der Unterrichtsmodelle zumindest eine negative Folge, die Theile klar benennen kann: „Dass nicht mehr so viele Kinder intensiv ein Instrument spielen, wirkt sich auf unsere Ensembles aus.“ Auch das Jugendsinfonieorchester der Musikschule Lennetal könne nicht mehr aus dem Vollen schöpfen. „Es kommt nicht mehr so viel nach, wie es früher der Fall war“, stellt der Musikschulleiter fest. Allerdings ist er überzeugt: „Wer wirklich Interesse hat, der findet den Weg zu uns in den regulären Unterricht. Das spielt auch das Alter keine Rolle.“

Wer sich kurzfristig entschieden hat, eine instrumentale Ausbildung zu beginnen, kann auch jetzt noch einsteigen, obwohl das Schuljahr schon begonnen hat: „In allen Bereichen sind noch Anmeldungen möglich“, erklärt Martin Theile.

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