Musikschule steht vor der Zerreißprobe

Was sie von den Altenaer Sparvorschlägen hält, kann man der Werdohler Verwaltungsvertreterin Regina Wildenburg ansehen. Links neben ihr die Werdohler CDU-Frau Silvia Vossloh. -  Foto: Witt

WERDOHL - „Ich hoffe nur nicht, dass das für Altena das Ende der Musikschule bedeutet.“ Mit diesen Worten kommentierte der Altenaer Josef Auwermann die Verabschiedung des Musikschulhaushaltes für das kommende Jahr.

Von Carla Witt

Während die Vertreter der Mitgliedskommunen Werdohl, Neuenrade und Plettenberg dem Zahlenwerk zustimmten, konnte sich der CDU-Ratsherr und Mitglied des Ausschusses für Schule, Sport und Kultur der Stadt Altena, nicht dazu durchringen.

Wie berichtet, folgt die Stärkungspakt-Kommune Altena dem Vorschlag der Gemeindepüfanstalt (GPA). Demnach sollen im Haushalt der Burgstadt 25 000 Euro der für die Musikschule bestimmten Mittel eingespart werden. 17 000 Euro konnte Martin Theile, Leiter der Musikschule Lennetal, rechnerisch darstellen, weitere 8000 Euro nicht. Im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung des Rates der Stadt Altena bemühten sich die Kommunalpolitiker am Montag um einen Kompromiss, den Auwermann dem Musikschul-Vorstand am Dienstag im Vorfeld der Mitgliederversammlung präsentiert: Demnach sollte der Altenaer Zuschussbetrag um 4000 Euro reduziert werden.

Diesem Vorschlag konnten die Vertreter der anderen Städte nicht folgen, zumal sich daraus eine Erhöhung des Zuschussbetrages für Werdohl, Neuenrade und Plettenberg um insgesamt 1200 Euro ergeben hätte. Darüber hinaus betonten die Vertreter dieser Kommunen, dass sie kein Interesse daran hätten, das Musikschulangebot qualitativ oder quantitav einzuschränken.

Auwermann erklärte, er könne dem Haushalt in der vorliegenden Form keinesfalls zustimmen. „Ich habe einen poltischen Auftrag und muss mich an den Ratsbeschluss halten, der besagt, dass die Stadt Altena 81 855 Euro für die Musikschule bereitstellen wird.“ Auwermann verwies erneut auf die Empfehlung der Gemeindeprüfanstalt. Daraufhin schaltete sich Regina Wildenburg ein: „Werdohl ist ebenfalls eine Stärkungspaktkommune, setzt aber andere Schwerpunkte bei den Einsparungen. Außerdem spricht die GPA lediglich Empfehlungen aus“, hob Werdohls Vertreterin hervor. Man müsse jetzt auch die Weichen für weitere Haushaltsjahre stellen und ein gemeinsames Konzept für die Zukunft finden. Auwermann konterte: „Wenn der Sparkommissar vor der Tür steht, machen sie nichts mehr.“ Auch das ließ Wildenburg nicht unkommentiert: „Selbst der Sparkommissar trifft keine Einzelentscheidungen.“

Nach diesen erfolglosen Bemühungen, eine gemeinsame Lösung zu finden, wollte Auwermann die Verabschiedung des Haushaltes verschieben. Doch der Vorsitzende der Musikschule Lennetal erklärte, das sei nicht möglich. „Wir brauchen eine Handlungsgrundlage für das kommende Jahr,“ stellte Gerhard Schmiedel fest.

Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Musikschulleiter Martin Theile Mittwoch, eine solche Situation habe es in der Musikschule noch nicht gegeben. „Ich weiß nicht, was jetzt passiert.“ Die Stadt Altena sei verpflichtet, den im Haushalt eingestellten Zuschussbetrag in Höhe von 85 809 Euro für 2014 zu zahlen. Die Kommune habe allerdings die Möglichkeit, die Mitgliedschaft in der Musikschule zu beenden. „Die Kündigungsfrist beträgt 18 Monate. Wenn bis zum 31. Januar gekündigt würde, könnte Altena die Musikschule zum Ende des Schuljahrs 2014/15 verlassen.“ Allerdings wolle er diese Möglichkeit keinesfalls in Betracht ziehen. „Ich hoffe und glaube, dass es mit Blick auf die Zukunft zu einer Einigung kommen wird.“ Denn niemand könne das Ende der Musikschule in Altena wollen. Theile betonte: „Der Musikschulunterricht in den anderen drei Städten ist aber auf keinen Fall in Gefahr.“

In Altena gibt es 217 Musikschüler (Zuschussbetrag: 85 809 Euro), in Werdohl 295 (97 476 Euro),in Neuenrade 200 (68 250 Euro), in Plettenberg 460 (116 964 Euro).

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