Musikschule präsentiert die Oboe und das Fagott

Die Zuhörer und Interessenten spendierten den Profis nach ihrem Vorspiel begeisterten Applaus – und forderten eine Zugabe.

Werdohl - „Seit Jeki lernt jeder Gitarre, Geige oder Schlagzeug“, klagt Musikschul-Leiter Martin Theile in Bezug auf das Grundschul-Programm „Jedem Kind ein Instrument“ (Jeki). „Die traditionellen Instrumente gehen dadurch unter.“

Von Michael Koll

Und so boten Theile, Oboe-Lehrer Dayong Zhang und Fagott-Lehrer Matthias Brenne am Samstag einen Tag für diese zwei Instrumente an der Musikschule an. Nur eine Handvoll Zuhörer und Interessenten waren gekommen. „Es ist schade, dass nicht mehr da sind“, bedauerte dies Theile.

„In den Schulen können wir ja nur Gruppenunterricht anbieten. Und Du findest ja doch nie in einer Klasse fünf Schüler, die Oboe spielen wollen“, verdeutlicht der Musikschul-Leiter.

„Und wenn wir diese Instrumente – Oboe und Fagott – nicht mit in die Schulen bringen, dann finden sie dort auch gar nicht erst statt“, bedauert Theile, dass Instrumentenkunde nicht zentral im Blickfeld der Musiklehrer an den allgemeinbildenden Schulen liegt. „Derartige Instrumente sind einfach nicht präsent.“

Zwar wüssten die Musiklehrer, dass die Musikschule jederzeit auf Wunsch bereit ist, in den Unterricht zu kommen und in mit einem Vorspiel auch solche Instrumente den Mädchen und Jungen bekannt zu machen. „Aber da könnten ruhig mehr Nachfragen kommen“, sagt Theile.

Dayong Zhang hat Verständnis, dass mehr Musik-Begeisterte zur Querflöte als zu „seinem“ Instrument greifen: „Eine Oboe – und auch ein Fagott – sind verdammt teuer. Ein Instrument kostet gleich mindestens 1000, bis zu 2500 Euro.“ Theile hakt jedoch gleich ein: „Wir haben aber Leih-Instrumente für unsere Schüler.“

Doch damit nicht genug. Zhang erklärt, dass Oboe und Fagott beides Instrumente seien, die nahezu immer solistisch aufträten. Es sei schwer und brauche lange, sie so zu spielen, „dass man selbst meinst, oh, das klingt aber schön“. Der Oboe-Lehrer ergänzt: „Und Du spielst immer im großen Orchester. Die Möglichkeiten etwa in einer kleinen Band zu spielen, sind sehr gering.“

Der Fagott-Lehrer Matthias Brenne verweist auf das Gewicht seines Instruments: viereinhalb Kilogramm. Doch nicht nur das Tragen, auch das Blasen brauche viel Kraft. So sei es durchaus gut, wenn jemand, der dieses Instrument erlernen wolle, zudem auch Fußball spiele – „aber nicht im Tor, sondern mittendrin“.

Deutschlandweit, weiß Brenne, lernen eine Menschen an den Musikschulen ein Instrument, aber nur 1000 von ihnen Fagott.

Und wenn ein Werdohler nun Lust verspürt, sich an solch einem Instrument einmal auszuprobieren, so kann er jederzeit Schnupperunterricht bekommen. Dazu sollten Interessenten einfach nur Tel. 0 23 92 / 15 08 anrufen.

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