Musiker wie entfesselt

Dennis Hormes beeindruckte mit „überirdischem“ Gitarrenspiel.

WERDOHL ▪ Diese Go Music am Freitagabend war außergewöhnlich. „Sagenhaft, diese Truppe“, sagte ein Zuschauer. Ein anderer Fan fand es „überirdisch“. Und eine Dritte sagte: „Ich bin froh, dass mir so etwas in Werdohl geboten wird.“ Von Michael Koll

Martin Engelien grinste an diesem Abend die ganze Zeit über. Ihm war wohl bewusst, dass er und seine drei Mitstreiter dem Publikum in der picke-packe-vollen Musikkneipe Alt Werdohl etwas Besonderes boten.

Da war der Moment, als der „Immigrant Song“ von Led Zeppelin in das furiose Schlagzeug-Solo überging. Der Go-Music-Chef Engelien lehnte sich an eine Box und rückte zufrieden seine Sonnenbrille zurecht. Gitarrist Dennis Hormes kniete am Bühnenrand und genoss eine Zigarette. Sängerin Jutta Weinhold pflegte ihre durch eine Erkältung angeschlagene Stimme mit einem Fencheltee mit Honig. Und Drummer Manni von Bohr zog auf seinem riesigen Drum-Set vom Leder. Während er wie entfesselt spielte, entledigte er sich seiner Weste und rückte den Haarzopf wieder in die richtige Form. Das Publikum jubelte.

Auch die anderen drei Musiker auf der Bühne hatten ihre Solo-Auftritte am Freitagabend bei der zweiten Go Music nach der Sommerpause. Gitarrist Hormes sang etwa „Little Wing“ von Jimi Hendrix. Jutta Weinhold – zum dritten Mal in diesem Jahr im Alt Werdohl zu Gast – zelebrierte „Fire and Water“ von Free. Und Engelien selbst spielte rasend schnell auf einem bundlosen Bass, was selbst manche Könner auf dem Instrument nicht zustande bringen.

Die Temperatur in Pöngses Wohnzimmer lag bei mindestens 30 Grad Celsius. Die Musik während des fast dreistündigen Gigs war noch heißer. Laut und hart rockte die Band. Die Fans dankten es – erschlagen von der Qualität – mit tosendem Applaus.

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