Drum-Solo mit Klobürsten im Alt Werdohl

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Gitarrist Ben Granfelt (links) und Bassist Martin Engelien (rechts) duellierten sich minutenlang auf ihren Instrumenten – sehr zur Freude des Publikums im Alt Werdohl.

Werdohl - Die letzte Go Music des Jahres war am Freitagabend in der Musikkneipe Alt Werdohl gut besucht. Die Konzertreihe von Klaus-Lage-Bassist Martin Engelien sorgte wieder einmal für ein volleres Haus, nachdem bei jüngsten Konzerten in „Pöngses“ Wohnzimmer – mit Martin Gerschwitz und Gil Edwards – kaum Zuschauer anwesend gewesen waren.

Das Instrumentalstück zur Eröffnung des Abends am Freitag hatte eine breite Funk-Basis. Dazu kam eine Prise progressiver Art-Rock sowie eine dezente Spur von 70er-Jahre-Hard-Rock. Damit war die Marschrichtung für die folgenden zwei Konzertstunden eindeutig vorgegeben.

Und so verwunderte es kaum, dass Engelien und seine Mitstreiter an diesem Abend „Breathe“ von Pink Floyd, „White Room“ von Cream und „Hush“ von Deep Purple coverten. Zumeist jedoch griff das Quartett auf der Bühne zurück auf Kompositionen von Ben Granfelt, der dieses Mal Gitarre spielte und sang.

Der Finne stand bereits in Diensten von Wishbourne Ash sowie den Leningrad Cowboys. Aber auch seine eigenen Songs – er hat mittlerweile 15 Alben veröffentlicht – haben Qualität. „Turning Point“ etwa hätte auch auf einer der ersten Platten von Lenny Kravitz glänzen können. „Confession Time“ dagegen klang, als sei es bei einer gemeinsamen Probe mit den Red Hot Chili Peppers entstanden.

Zum Höhepunkt des Konzertabends duellierte sich Granfelt mit Engelien auf zehn Saiten. Die minutenlange Zwiesprache der beiden Instrumentalisten brachte die Zuhörer vor der Bühne immer wieder dazu, Zwischenapplaus zu spenden.

Unterstützt wurden die beiden Musiker am Freitag zum einen vom kurzfristig eingesprungenen Jürgen Dahmen am Fender-Rhodes-Piano. Eigentlich sollte Thomas Hufschmidt in die Tasten greifen. Dieser habe jedoch wenige Tage vor dem Auftritt in Werdohl einen Herzinfarkt erlitten, verriet Engelien.

Den Vierer komplettierte am Freitag Dirk Sengotta am Schlagzeug. Letzterer erwärmte die Herzen der Fans ganz besonders. Engelien hat schon oft hochkarätige Drummer mit ins Alt Werdohl gebracht. Aber Sengotta setzte sich auch von diesen noch einmal deutlich ab. Er spielte staubtrocken und mit mathematischer Präzision. Ein Schlagzeugsolo, welches er mit zwei Klobürsten trommelte, brachte die Zuschauer ins Staunen sowie zum Jubeln.

Die nächste Go Music im Alt Werdohl findet am Samstag, 10. Februar, statt.

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