Multimediale Weltreise im Kulturbahnhof

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Schlagzeugerin Sabine Schürmann und Kontrabassist Norbert Walde spielten am Sonntagabend erstmals in Werdohl. Mit ihnen traten im Kleinen Kulturforum Sängerin Amal Sokrate und Keyboarder Rolf Dehmer auf. 

Werdohl - Auf eine multimediale Weltreise begaben sich am Sonntagabend die Besucher im Kulturbahnhof. Zu Gast waren vier Weltenbummler, die Bilder, Texte und vor allem viel Musik mitgebracht hatten.

Die Sängerin Amal Sokrate, Französin mit marokkanischen Wurzeln, brachte Glanz ins Kulturforum und schreckte auch vor vielen Sprachen nicht zurück. Nur Griechenland und China waren nicht im originalen Idiom vertreten. Dafür gab es Katie Meluas Liebesballade „9 Million Bicycles in Beijing“. 

Keyboarder Rolf Dehmer hatte aus eigener Feder landestypische Zwischenspiele im Gepäck, die von Bildern aus den jeweiligen Ländern und Zitaten zum Sinn des Reisens und Rückkehrens begleitet wurden. „Die eigentlichen Entdeckungsreisen sind nicht die in fremde Länder, sondern etwas mit neuen Augen zu sehen“, erklärte etwa Marcel Proust, der Meister der kühnen Metaphern und Vergleiche. Goethe zog es bekanntlich mehr in die Ferne: „Nur, wo du zu Fuß warst, bist du wirklich gewesen“, urteilte er. Und ein Zitat von Alexander von Humboldt lautet: „Die gefährlichste Weltanschauung ist die von Leuten, die die Welt nicht angeschaut haben.“ 

Schlagzeugerin Sabine Schürmann sorgte für den nötigen Rhythmus und dankte dem Allerhöchsten auf ihrer Bass-Drum für einen winzigen Zufall vor ihrer Geburt: „Thank God I’m a woman“. Den Kontrabass bediente Norbert Walde. 

Das vergnügte Quartett aus dem Ruhrgebiet habe bisher noch keinen Namen, erklärte Rolf Dehmer nach dem Konzert. Das tat dem Spaß natürlich keinerlei Abbruch: Amal Sokrate sang in der afrikanischen Abteilung den französischen Text von „The Lion sleeps tonight“ und Miriam Makebas mitreißendes „Pata Pata“. Für Griechenland ging ein Mädchen aus Piräus ins Rennen: „Ein Schiff wird kommen.“ Die Italiener hoben ab in die Luft und steuerten ihr wunderbares „Volare“ bei. Die Spanier zeigten sich als leidenschaftliche Liebhaber: „Besame mucho“ – „Küss mich, als wäre es das letzte Mal!“ Aus Amerika klang die Jazzballade „All the things you are“ herüber, aus Frankreich Patricia Kaas’ „Mon Mèc a moi“, das Sokrate mit sehr viel Kraft vortrug. 

Abschluss mit „What a wonderful world“ 

Vor der Rückkehr in die Welt des deutschen Liedgutes lobte Dehmer auch das Sauerland: „Das ist doch wunderschön, wie wir sahen, als wir über den Höhenweg einfuhren.“ Nach Reinhard Meys Klassiker „Über den Wolken“ lieferte schließlich Louis Armstrong mit der Zugabe das trotz aller Probleme immer noch gültige Fazit: „What a wonderful world!“

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