„Müssen muss keiner“

Das Girlandenbinden zählt zur Tradition der Werdohler Schützen. Für die Girlande am Thron ist die Königskompanie zuständig. Am Mittwochabend wurden auch die übrigen Gebinde vorbereitet – etwa 20 laufende Meter werden benötigt. - Foto: Jentzsch

WERDOHL - „Wenn der Vogel aufgehangen wird, muss er auch wieder runter.“ – Der Vorsitzende des Werdohler Schützenvereins Andreas Schreiber zeigte sich gestern Morgen zuversichtlich, dass sich bis zum heutigen Start des Festes auch ein Königsbewerber finden wird. Große Hoffnungen setzte Schreiber in das gestrige Schmücken.

Die erste Kompanie, in diesem Jahr eigentlich „Königskompanie“, steht bekanntlich vor dem Problem, keinen Bewerber für das Amt des Regenten stellen zu können. Bis gestern wurde eine Frist gesetzt. Sollte bis dahin kein Kandidat gefunden werden, wird die Suche nach einen Nachfolger für den noch bis Montag in Amt und Würde verbleibenden Peter Scheumann auf den gesamten Schützenverein ausgedehnt. „Diese Frist ist ja nicht willkürlich gesetzt“, hegte Schützenoberst Andreas Schreiber gestern die Hoffnung, dass sich das Problem doch noch schnell lösen könnte. Die einzelnen Kompanien trafen sich gestern Abend, um die Stadt für das Fest grün-weiß herzurichten. Die zweite Kompanie hatte dies bereits am Mittwoch erledigt. Einige Gespräche würden bei den Zusammenkünften wohl auch geführt werden, meinte Schreiber. „Es hilft nur reden. Sonst kommen wir nicht weiter.“

Dass zwangsläufig der WSV-Gesamtvorstand in der Pflicht steht, wenn sich bis zum Festauftakt kein Anwärter auf den Thron gefunden hat, sieht Andreas Schreiber hingegen nicht so. „Der Gesamtvorstand steht in der Pflicht, sein Möglichstes zu tun, einen König zu finden“, stellte er klar. Zahlreiche Aufgaben gebe es für die Spitze eines Vereins ohnehin schon. Sollte sich in der jeweiligen Kompanie kein Kandidat finden, sei eher der Kompanievorstand in der Pflicht. Aber auch hier gelte: „Müssen muss keiner,“ stellte Schreiber unmissverständlich klar. Letztlich habe jeder persönliche Gründe, warum er Ämter nicht wahrnehmen könne.

Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, dass jemand Schützenkönig wird, der bisher noch nicht im Verein aktiv ist und neu eintritt. Auch er selbst sei vor 26 Jahren Jungschützenkönig geworden, nachdem er gerade in der Woche vor dem Fest in den Verein eingetreten sei, erinnert sich Andreas Schreiber. An gewissen Traditionen möchte der Vorstand dennoch festhalten. Dazu zählt auch, dass der Regent nicht seine Ehefrau zur Königin wählt. Dieses „ungeschriebene Gesetz“ sei ein Leitfaden, an den man sich halten wolle. Dennoch könne es aber auch sein, dass man sich der Zeit anpassen müsse.

Von Simone Benninghaus

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare