Von Bauschutt bis Autotür

Müllablagerungen am Riesei sind ein Ärgernis

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In dem kleinen Waldstück zwischen Carl-Diem-Straße und Stadionstraße wird immer wieder Müll abgeladen. 

Werdohl - „Das ist grauenvoll“, sagt Monika Wierig-Schärf und meint damit die illegalen Müllablagerungen im Bereich Riesei, die nach ihrer Wahrnehmung zuletzt zugenommen haben.

Die Anwohnerin von der Carl-Diem-Straße berichtet von allen möglichen, zum Teil höchst unappetitlichen Dingen, die Unbekannte schon in dem kleinen Waldstück unterhalb der Stadionstraße zurückgelassen haben. 

Auch von Bauschutt ist die Rede. Zuletzt habe eine ganze Autotür im Gebüsch gelegen. „Und immer wieder leere Schnapsflaschen“, empört sich die Rentnerin. Anrufe bei der Stadt seien insofern erfolgreich, dass wenig später tatsächlich ein Trupp des Baubetriebshofes anrücke und den Müll beseitige. „Es ist schlimm, was die Männer da alles wegschleppen müssen“, sagt Wierig-Schärf. Neulich erst hätten sie sogar einen Kran einsetzen müssen, um mit Müll gefüllte große Kunststoffsäcke aufladen und wegfahren zu können. 

Blaue Müllsäcke und große Pappkartons 

Monika Wierig-Schärf ist offensichtlich nicht die Einzige, die am Riesei solche Beobachtungen macht. Matthias Urbach beispielsweise hat blaue Müllsäcke und große Pappkartons fotografiert, die er in demselben Waldstück entdeckt hat. Und Jürgen Hohmeister hat in einem Altpapiercontainer gegenüber der Albert-Einstein-Gesamtschule Dinge entdeckt, die dort nicht hineingehören: Styropor, Material zur Rohrdämmung und Kabel. „Wahrscheinlich hat da einer eine neue Heizung bekommen“, vermutet er. „So dämlich wie dies entsorgt wurde, könnte man vielleicht noch Lieferscheine mit einer Adresse finden“, teilte er seine Beobachtung mit. 

In den Altpapiercontainer am Riesei hat jemand verbotenerweise auch Styropor und anderen Müll geworfen.

Ist also der Eindruck richtig, dass im Moment der Bereich Riesei verstärkt von illegaler Müllentsorgung betroffen ist? Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel kann das nicht bestätigen. „Die Beseitigung von illegalen Müllentsorgungen stellt leider auch ein regelmäßiges Aufgabenfeld der Stadtverwaltung dar. Das betrifft im zeitlichen Abstand jeden Stadtteil“, sagte sie. Davon, dass der Bereich Riesei augenblicklich stärker betroffen sei, wolle sie nicht sprechen. 

Präventive Kontrollen sind nicht möglich 

Vorbeugende Maßnahmen seien nur sehr schwierig zu treffen, erklärte Mentzel weiter. Das liege daran, „dass die Örtlichkeiten wechseln – nicht nur die Stadtgebiete, sondern auch die Örtlichkeiten in den Stadtgebieten.“ Die Stadtverwaltung verfüge nicht über genügend Personal, um überall präventiv zu kontrollieren, möglicherweise auch noch rund um die Uhr. 

Dennoch könnten Verursacher illegaler Müllkippen hin und wieder ausfindig gemacht werden, berichtete Mentzel. „In der jüngeren Vergangenheit konnte aber kein Verursacher ermittelt werden“, sagte sie. 

Bußgelder von bis zu 500 Euro drohen 

Und mit welchen Sanktionen müssen Verursacher illegaler Müllablagerungen rechnen? „Verursacher müssen mit der Einleitung eines Bußgeldverfahrens rechnen“, erklärt Mentzel. Das Bußgeld betrage bei Fällen wie denen am Riesei bis zu 500 Euro – je nach Art des abgelagerten Mülls. „Die Verursacher erhalten die Möglichkeit, den Müll selbst wieder zu entfernen oder müssen die Kosten der Entfernung und Entsorgung tragen“, beschreibt die Ordnungsamtsleiterin das Prozedere.

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