Müllabfuhr-Kosten steigen, Regenwassergebühr sinkt

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Die Gebühren für die Müllabfuhr werden in 2015 ganz erheblich erhöht, davon ist natürlich die gelbe Wertstofftonne (Foto) nicht betroffen.

Werdohl - Der Rat hat in seiner letzten Sitzung des Jahres am Montag auch über die zukünftigen Abwassergebühren und die Müllgebühren Entscheidungen getroffen. Beide Gebühren berechnen sich nach einer Umlage der Kosten auf die Bürger, deshalb wird über solche Entwicklungen auch fast nie diskutiert.

So war es auch am Montag, wobei die neuen Abwassergebühren sicherlich auch keine Diskussionen wert waren. Die Erhöhung der Kosten für die Müllabfuhr um mehr als 15 Prozent ist hingegen ärgerlich und teuer, aber durch die Werdohler Kommunalpolitiker auch nur geringfügig beeinflussbar. So wurden beide Satzungen vom Rat einstimmig abgenickt, bei der Abstimmung über die Müllgebühren enthielt sich die komplette WBG-Fraktion.

Die Gebührenkalkulation für die Abwasserbeseitigung basiert auf dem Wirtschaftsplan des Sondervermögens Abwasserbeseitigung bei der Stadt für das Jahr 2015. Maßstab für die Schmutzwassergebühr ist der Frischwasserverbrauch, Maßstab für die Niederschlagswassergebühr ist die befestigte Grundstücksfläche, über die das Regenwasser in den öffentlichen Kanal abgeleitet wird. Unterschieden wird noch zwischen Ruhrverbands-Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern. Nicht-Mitglied ist praktisch jeder Werdohler Einwohner, nur einige größere Industriebetriebe sind Mitglied im Ruhrverband, um dort deren relativ großen Wasserverbrauch besser abrechnen zu können. Die Schmutzwassergebühr für Nicht-RV-Mitglieder bleibt für 2015 unverändert bei 2,63 Euro pro Kubikmeter. 2012 lag die Gebühr bei 2,71 Euro pro Kubikmeter, 2013 bei 2,49 Euro pro Kubikmeter. Die Niederschlagswassergebühr für Nicht-RV-Mitglieder sinkt von 94 Cent pro Kubikmeter auf 80 Cent pro Kubikmeter. Diese Senkung kommt zustande, weil bislang die Niederschlagswassergebühr für Bundes-, Land- und Kreisstraßen über eine Pauschale abgerechnet wurde. Jetzt wird genau nach Quadratmetern Straßenfläche abgerechnet (wir berichteten), deshalb verteilt sich die Gebühr auf eine größere Wassermenge.

Die Müllabfuhr hingegen wird deutlich teurer, der so genannte Einwohnergleichwert pro Person steigt von 79,52 Euro auf 91,87 Euro. Die Gebühren im Umleersystem steigen somit um satte 15,5 Prozent. Dieser Anstieg wird damit begründet, dass 2015 nichts mehr aus der Rücklage zur Stützung der Gebühr genommen werden könne. Im Vorjahr stand aus der Rücklage noch ein Betrag von 240 000 Euro zur Gebührensenkung zur Verfügung.

Erwähnenswert ist, dass auch die erhöhten Kosten für den „Platzwart“ für den Grünmüllplatz am Riesei eine Rolle spielen – das war immerhin eine politische Entscheidung des Rates vor einiger Zeit. Insgesamt steigt die Umlage für die Anmietung von Behältern und für kommunale Sonderleistungen um 33 700 Euro. Diese Steigerung sei neben den Kosten für den „Platzwart“ insbesondere auf die gestiegenen Kosten bei der Leerung der öffentlichen Abfalleimer sowie der Kosten der Reinigung der Containerstandorte zurückzuführen.

Von Volker Heyn

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