Müllabfuhr mit Begleitschutz - Nerven liegen blank

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Auf der rechten Straßenseite Am Waldschlösschen gilt das absolute Halteverbot. Weil sich Anlieger daran nicht gehalten haben, kam die Müllabfuhr wochenlang nicht durch. Das soll sich Dienstag ändern.

Werdohl - Frust auf beiden Seiten – Am Waldschlösschen, an der Langestraße und im Bremfeld oben in Eveking sind seit Wochen die Mülltonnen nicht mehr geleert worden, weil der Müllwagen nicht durch die Baustelle kommt. Die Anlieger sind deshalb ebenso genervt wie die Verwaltung.

Dienstag ist „Schluss mit lustig“: Dann rückt die Müllabfuhr in Begleitung des Ordnungsamtes an. Notfalls werde der Abschleppunternehmer gerufen.

Im Bereich der Straße Am Waldschlösschen werden seit Wochen Kanalrohre verlegt, das ist eine Baustelle der Werdohler Tiefbauabteilung. Die haben die Arbeiten an den Neuenrader Tiefbauer Ossenberg vergeben. Gemeinsam sind im Vorfeld die Probleme der Verkehrsführung besprochen worden. Bis zur zweiwöchigen Winter-Zwangspause lief eigentlich alles ganz gut, schließlich gibt es als Umfahrung immer noch die Verbindung über den Ludemerter Weg.

Vergangene Woche spitzte sich die Situation erstmals zu, weil selbst der kleine Müllwagen nicht durch die derzeitige Engstelle in der Siedlung kam. Ein Straßenrand im Baustellenbereich war komplett zugeparkt, das Entsorgungsauto kam einfach nicht um die Kurve.

Dann wurde die Tiefbauabteilung als Auftraggeber der Baustelle aktiv. An besagter Straßenseite wurden durch das Ordnungsamt gut sichtbar Schilder mit dem Hinweis auf ein absolutes Halteverbot aufgestellt.

Der zweite Versuch der Verwaltung, ein extra angefordertes Müllfahrzeug der Firma Lobbe in diesen Bereich hineinzubekommen, scheiterte. Anlieger hatten trotz des Halteverbotes ihre Fahrzeuge so abgestellt, das ein Durchkommen für den Müllwagen nicht möglich war. Lobbe kehrte unverrichteter Dinge um, wieder einmal blieben die Tonnen ungelernt. Ein Anlieger rechnete es gestern in der Redaktion vor: „Seit sechs Wochen ist die gelbe Tonne nicht geleert worden, die schwarze Tonne steht seit vier Wochen herum.“ Die gelben Tonnen würden langsam überquellen und aus den schwarzen Tonnen rieche es. Das ginge doch alles so nicht.

Beim Ordnungsamt der Stadt wird jetzt eine härtere Linie gefahren. Nach dem zweiten misslungenen Leerungsversuch wurden Knöllchen geschrieben. 15 Euro kostet Falschparken, was nachträglich aber auch nicht half, die Müllabfuhr durchzulassen. Warum die Autos nicht abgeschleppt werden konnten, wollten die erbosten Anlieger wissen. „Weil auch der Abschleppwagen nicht durchkommt“, lautet die Antwort von Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel.

Jetzt gibt es kommenden Dienstag sozusagen einen Großangriff auf die Mülltonnen Am Waldschlösschen, an der Langestraße und im Bremfeld. Ein großer und ein kleiner Müllwagen sind bei Lobbe bestellt. Um 6.45 Uhr treffen sich Müllfahrer und Mitarbeiter des Werdohler Ordnungsamtes am Ort des Geschehens. „Zur Not wird abgeschleppt“, sagt Andrea Mentzel. „Der Abschlepper ist in zwanzig Minuten da. Das kostet dann leicht 200 Euro.“ Die Parole für diesen Dienstagmorgen gibt Andrea Mentzel folgendermaßen aus: „Wir wollen den Tag nicht verstreichen lassen, ohne dass Lobbe überall durchgefahren ist.“ Sie habe größtes Verständnis für den Unmut der Anlieger und deren nicht geleerte Mülltonnen. Die Firma Ossenberg werde die Straße bis kommenden Dienstag entsprechend hergerichtet haben.

Von Volker Heyn

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