Anwohner schlagen Alarm

Müll, Lärm und unerwünschte Besucher: Viele Probleme auf dem Bremfeld

Die Schrebergärten wurden vor vielen Jahren angelegt. Einige werden noch genutzt. Andere sind jedoch längst verlassen und in einem alles andere als guten Zustand.
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Die Schrebergärten wurden vor vielen Jahren angelegt. Einige werden noch genutzt. Andere sind jedoch längst verlassen und in einem alles andere als guten Zustand.

Auf dem Bremfeld ist es landschaftlich schön. „Den Hügel hier rodeln im Winter die Kinder herunter“, berichtet Anwohnerin Jeanette Ponert. Allerdings hat sich die Idylle herumgesprochen.

„Hierher kommen die Menschen aus dem Ruhrgebiet und wer weiß woher sonst noch“, hat Nachbar Henning Meyer beobachtet.

Die Besucher kommen zwar nur, um für einige Stunden zu bleiben, was aber dauerhaft bleibt, ist der Unrat, den die Besucher zurücklassen: Leere Bierkisten und Spirituosen-Flaschen, Lebensmittel, Plastikmüll, Bauschutt und Grünschnitt. „Auch Tütchen mit Betäubungsmitteln haben wir hier schon gefunden“, erzählt Meyer, der auch Vorsitzender des Sportvereins TuS Versetal ist.

Schon mehrere Bürgermeister versuchten sich

Sein Vater Gerd betont, dass das Problem nicht neu sei: „Manfred Wolf war der erste Bürgermeister, den wir darauf hingewiesen haben. Seither wussten alle Bescheid: Jörg Bora, Siegfried Griebsch und zuletzt auch Silvia Voßloh.“ Deren Amtsnachfolger Andreas Späinghaus (SPD) ist nun auch informiert. 45 Minuten nahm er sich in der vergangenen Woche Zeit für eine Ortsbegehung mit den Anwohnern sowie Daniela und Fritz Knoche, denen das Gelände gehört.

„Wir haben das alles vor zwei Jahren als Wiese und Unland, also nicht nutzbares Land gekauft“, erläutert die Landwirtin. Tatsächlich befinden sich auf einem Teil des Geländes Schrebergartenhäuschen, die die Nachbarschaft dort vor Jahrzehnten einmal errichtet hat. „Zwei Drittel davon stehen leer“, weiß Gerd Meyer. Der Rest werde noch genutzt.

Party bis in die Nacht

„Am vergangenen Wochenende standen zehn bis 15 Autos hier. Die haben gefeiert bis in die Nacht“, führt Meyer senior weiter aus. „Nachts traue ich mich hier schon lange nicht mehr vor die Tür.“ Nun habe ja niemand etwas dagegen, wenn Menschen dort eine gute Zeit verbrächten, hakt Nachbarin Ponert ein. „Aber wir leben doch im 21. Jahrhundert und nicht mehr im 13. Kann man seinen Müll nicht mitnehmen?“, fragt sie rhetorisch.

Bürgermeister Andreas Späinghaus (links) schaute sich die Situation vor Ort an.

Bürgermeister Späinghaus nickt. Henning Meyer unterbreitet einen Vorschlag: „Wenn wir einen großen Container hätten, würde sicher die gesamte Nachbarschaft mit anpacken und hier aufräumen.“ Ponert pflichtet ihm bei: „Ja klar, wir wollen es ja auch schön hier haben.“

Schranke ist längst wieder verschwunden

Und sicher leben würden sie dort gerne. Denn in einem Teil der Schrebergärten wurden Öfen eingebaut, dabei ist das Hüttendorf aus Holz und steht in Waldesnähe. Die Gefahr ist für jedermann ersichtlich. Henning Meyer erinnert sich, dass genau deshalb vor einigen Jahren die Zufahrt über die Straße Ludemert bereits einmal gesperrt war. „Doch anfangs sind die Autos um die Schranke herum gefahren und später war die dann auch wieder weg.“

Der Sportvereinsvorsitzende zeigt dem Stadtoberhaupt die Überreste der Schranke, die vom Gras beinahe überwuchert sind. Späinghaus erkundigt sich bei Daniela Knoche, ob sie im Fall der Fälle denn die Schrebergärten entfernen lassen könnte. Diese nickt und bekräftigt: „Die habe ich mitgekauft.“

Besucher auch mit Quads unterwegs

Auch mit Quads würden die ungebetenen Besucher, die in der Nachbarschaft auch niemand kenne, über das Gelände fahren, berichten die Anwohner weiter. Henning Meyer erklärt: „Je schöner das Wetter, umso reger der Autoverkehr hier oben.“ Jeanette Ponert fährt fort: „Es sind hier aber nicht alle so blöd.“ Es gebe auch Menschen, die auf dem Bremfeld Erholung suchten und die Landschaft nicht verschandelten und auch keinen Lärm machten.

Henning Meyer erinnert sich: „Ich habe mal jemanden, der hier seinen Müll verbrannte, aufgefordert, das Feuer zu löschen. Zwei Stunden später brannte es jedoch wieder.“ Der Bürgermeister überlegt: „Es bringt ja aber auch nichts, wenn der Müll aufgesammelt wird. Der muss dann ja auch irgendwo hin...“ Späinghaus verspricht, eine Lösung zu suchen. Mehr indes könne er nicht zusichern.

Lebensmittelreste könnten Ratten anziehen

Die Häuser auf dem Bremfeld gehören teils den Anwohnern, teils der Wohnungsgesellschaft Grand City Property. Gerd Meyer erzählt: „Die Gesellschaft hat ihre Häuser jüngst mit einem frischen Anstrich versehen. Aber gegen den Müll können die ja auch nichts ausrichten.“ Dabei sorgten Lebensmittelreste nicht selten auch dafür, dass Ratten angezogen würden.

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