Überprüfung durch ein Gericht?

Moschee-Streit: Stadt weist Architekten-Kritik zurück

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Das Moscheegebäude an der Freiheitstraße soll umgebaut werden.

Werdohl – In der Auseinandersetzung um die geplante Vergrößerung der Ditib-Moschee an der Freiheitstraße widerspricht die Stadtverwaltung in einer schriftlichen Stellungnahme der Darstellung des mit dem Projekt beauftragten Architekten Ali-Ihsan Günes.

Günes hat mit seiner IGA-Bauplanung mit Firmensitz in Köln schon mehrere große Moscheebauprojekte erfolgreich realisiert. 

Günes hatte in einem Gespräch mit der Redaktion gesagt, seine Planung sei durch immer neue Auflagen der Stadt („Da ist vieles total an den Haaren herbeigezogen“) über Monate behindert und der Bauantrag am Ende zurückgeschickt worden. „Gilt in Werdohl ein anderes Baurecht als im übrigen NRW?“, fragte sich der Architekt deshalb. 

Angst vor den Rechten?

In anderen Städten seien Bauanträge zu wesentlich größeren Moschee-Projekten in wenigen Monaten durchgezogen worden. Günes vermutete im Gespräch mit der Redaktion, dass Bürgermeisterin Silvia Voßloh (CDU) nicht mit offenen Karten spiele. „Wenn sie Angst vor den Rechten hat, soll sie es sagen. Wir finden eine Lösung“, so Günes mit Blick auf den möglichen Minarett-Bau. 

Die Ablehnung des Bauantrags hatte die Stadt laut Günes zuletzt aber unter anderem mit einer fehlenden Umnutzungserklärung eines früheren Abstellraums in eine kleine Küche begründet. 

Die Verwaltung äußert sich

Jetzt äußert sich die Verwaltung zu den teils massiven Vorwürfen. „Im Bauantragsverfahren wird nicht nach persönlichem Gefallen oder Nichtgefallen der beantragten Objekte entschieden, sondern danach, ob die gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind“, heißt es in der Mitteilung wörtlich. 

Damit überprüft werden könne, ob die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, müssten dem Bauantrag entsprechende Nachweise beigefügt sein. „Ist das nicht der Fall, kann die Behörde die entsprechenden Nachweise anfordern und dafür eine angemessene Frist setzen“, schreibt die Verwaltung. 

Unterlagen müssen vollständig sein

Sind die Unterlagen vollständig, werde auf der Basis dieser Bauvorlagen geprüft, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind und der Bauantrag zu genehmigen ist. „Werden unvollständige Unterlagen nicht innerhalb der gesetzten Frist ergänzt, gilt der Bauantrag nach der Landesbauordnung NRW als zurückgenommen und wird dem Antragsteller zurückgeschickt“, erklärt die Stadt mit diesen Worten, dass die Gemeinde nicht alle Unterlagen eingereicht habe. Selbstverständlich sei die Entscheidung der Behörde gerichtlich überprüfbar. 

Architekt Günes hatte als Lösung einen runden Tisch vorgeschlagen, um genau zu besprechen, welche Unterlagen die Ditib-Gemeinde noch nachliefern müsse. Ob es nun zu diesem kommt, bleibt abzuwarten.

Die Ditib-Gemeinde kaufte vor gut zwölf Jahren das ehemalige Verlagsgebäude und baute das Haus an der Freiheitstraße im Jahr 2009 für ihre Zwecke um. Im Laufe der Zeit wurde das Gebäude zu klein für die Muslime. Zu den Freitagsgebeten platzt das Haus aus allen Nähten, die Gemeinde braucht viel mehr Platz, auch für die Jugendarbeit. Deshalb sollen unter anderem ein größerer Gebetsraum und zwei nach Geschlechtern getrennte, jeweils 100 Quadratmeter große Aufenthaltsräume mit Sitz- und Essgelegenheiten, entstehen.

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