„Moralisch liegt das Recht eindeutig bei Werdohl“

Bekannten sich eindeutig zum Ahehammer in Werdohler Hand (v. l.): Alfred Hinsching, Dieter Schauerte sowie Hans Lübeck.

WERDOHL ▪ „Mehr als 450 Jahre störte es niemanden, dass der Ahehammer auch auf einem Zipfel Herscheids errichtet wurde“, sagte Alfred Hinsching süffisant bei seinen einleitenden Worten zum Bürgerstammtisch. Am Montagabend waren gut 30 Interessierte in den Versevörder Hof gekommen, um über das Industriedenkmal zu reden, das seit einigen Monaten die Wellen zwischen Herscheid und Werdohl hochschlagen lässt. Von Michael Koll

Hinsching ist aktiv als Ahe-Hammerschmied. Unter Hinweis auf das „schwebende Verfahren“, wollte er sich „in der heißen Phase“ jedoch nicht weiter zum Thema äußern.

Auch Dieter Schauerte, verheiratet mit Gisela (eine geborene Brüninghaus), erklärte, warum für ihn der Hammer mit Werdohl verbunden sei. Gleichwohl gab er zu bedenken, da, wo sich derzeit zwei Städte streiten, habe letztlich mit Lüdenscheid auch noch eine dritte ein Wörtchen mitzureden. „Das Gut Brüninghaus liegt nämlich dort.“

Als dritter Diskussionsgast war Hans Lübeck gekommen. Der heimische Unternehmer bezeichnete sich selbst als „alter Werdohler“, weshalb ihm schon die Stadtbild-prägenden Bauwerke am Herzen lägen. „Soweit ich weiß, fließt die Ahe an keiner Stelle auf Herscheider Gebiet“, frotzelte er. Dennoch sei unstrittig, dass der Hammer nicht in Werdohl stehe. Doch legte er nach: „Als der Hammer gebaut wurde, gab es Herscheid noch gar nicht.“

Und ein Gast des Bürgerstammtisches ergänzte: „Von den 2500 Leuten, die in den Jahren bei Brüninghaus gearbeitet haben, lebte die überwiegende Mehrheit doch in Werdohl.“ Schauerte pflichtete ihm bei: „Moralisch liegt das Recht eindeutig seit 150 Jahren bei Werdohl.“

Im Verlauf der anderthalbstündigen Versammlung wurde eine mit Herzblut getränkte Diskussion geführt, die sich um die immer gleichen Argumente drehte. Dabei schwankten die Redebeiträge zwischen „Flagge zeigen“ und „einigend zwischen allen Beteiligten wirken“.

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