Haushalt 2013 ist schon in Arbeit

Am kommenden Montag wird im Hauptausschuss der Stadt Werdohl über die Grundsteueranhebung beraten.

WERDOHL ▪ In der Kämmerei glühen schon die Drähte, weil in drei Wochen der Haushaltsentwurf für das Jahr 2013 stehen muss. Kämmerei-Mitarbeiter Benjamin Luschnat: „Wir sind sicher, dass der Bürgermeister am 26. November den neuen Haushalt einbringen wird.“

Trotz des Stärkungspaktes läuft die Vorbereitung des Haushaltsentwurfes wie sonst üblich. Die Abteilungen und Fachbereich im Rathaus teilen der Kämmerei schriftlich ihre Mittelanforderungen für das kommende Jahr mit. Die Kämmerei trägt diese Zahlen zusammen und prüft sie, am Ende steht der Entwurf. Nach der Einbringung durch den Bürgermeister beraten die Fraktionen und später die Fachausschüsse, im Januar soll der Haushalt verabschiedet werden.

Viel vorher schon, während der Hauptausschusssitzung am kommenden Montag, wird eine der wichtigsten Positionen für die Haushaltskonsolidierung festgezurrt. Wie bereits im Lenkungsausschuss von allen Politikern gemeinsam beschlossen, sollen die Realsteuerhebesätze angehoben werden. Über die dazu nötige Hebesatzsatzung für die ab Januar 2013 in Kraft tretenden Änderungen wird nächsten Montag abgestimmt.

Die Gewerbesteuer wird von derzeit 416 Prozentpunkte auf 458 Prozentpunkte angehoben. Betroffen sind davon alle Gewerbetreibenden, die diese Steuer direkt an die Stadt bezahlen.

Von der Grundsteuererhöhung sind private Immobilienbesitzer betroffen. Die Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen wird von 254 Prozentpunkte auf 369 Prozentpunkte angehoben, die Bemessung richtet sich hier eher nach der Größe der Fläche.

Die Grundsteuer B richtet sich eher nach dem Wert der Immobilie und nicht unbedingt nach der Grundstücksgröße, so müssen zum Beispiel auch Besitzer von Eigentumswohnungen die Grundsteuer B bezahlen. Diese Steuer wird von 461 Prozentpunkte auf 668 Prozentpunkte angehoben. Das bedeutet umgerechnet eine 50prozentige Erhöhung. Für ein durchschnittliches Werdohler Einfamilienhaus wurden bislang 155,63 Euro Steuern jährlich verlangt, ab nächstes Jahr werden 225,52 Euro aufgerufen. Das sind im Jahr etwa 70 Euro mehr.

Für ein Sechs-Familien-Haus steigt die Besteuerung von 986,63 Euro auf 1429,72 Euro. Für die einzelne Wohneinheit beträgt die Steuererhöhung ebenfalls etwa 70 Euro jährlich. Die Mieter müssen die Steuer umgelegt auf die Nebenkostenabrechnung bezahlen.

Nicht zu verwechseln ist dieser Betrag mit der deutlich höheren Grundbesitzabgabe, die jeder Hausbesitzer einmal im Jahr erhält. Darin enthalten sind neben der Grundsteuer auch die Gebühren für Müllabfuhr und Straßenreinigung.

Von Volker Heyn

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