Monika Tartsch unterhält bei zweiter Museumsnacht

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Gut unterhalten wurde das Publikum bei der zweiten Museumsnacht.

Werdohl -  Eine gestandene Werdohlerin gewann der Heimatverein Werdohl für seinen zweiten Museumsabend. „Sie hat den Draht zu ihrer Heimatstadt nicht verloren“, begrüßte Heiner Burkhardt am Freitagabend den Gast Monika Tartsch.

Denn mittlerweile lebt die Musikerin in der Nähe von Warburg und unterrichtet dort an einer Musikschule. „Vor 30 Jahren hätte mir das keiner erzählen dürfen, dass ich einmal vor einem so großen Publikum in Werdohl auftreten würde“, begrüßte sie die Besucher im übervollen Saal des Kleinen Kulturforums.

Um die Brücke zu ihrer bewegten Vergangenheit in Werdohl zu schlagen, zeigte Monika Tartsch dem Publikum zunächst eine alte Schallplatte aus der Reihe „Konzerte der Gegenwart“ aufgenommen mit der Lennetaler Jugend- und Volksmusikschule. Die Musikerin erinnerte an den damaligen Kinderchor und die Musikschullehrerin Hanni Henning.

Nach der freundlichen Ermahnung „Träume dein Leben, und dann lebe deinen Traum“ sang Tartsch „Die Ballade vom jungen Tambour“ – die Geschichte eines wüsten Geschacheres um eine Braut. Anlass zu einem Rückblick auf einen gestandenen Werdohler gab die Vertonung eines Textes von Matthias Claudius durch Wilhelm Twittenhoff.

Der 1904 in Werdohl geborene Musikpädagoge und Musikwissenschaftler trug zum Aufbau des deutschen Musikschulwesens bei und hatte ein bewegtes Leben mit vielen Stationen. Sein Lied nach Claudius’ Text sang das Lob auf die Kartoffeln und rümpfte vorsichtig die Nase über die verfeinerte französische Lebensart: „Was kümmern uns Pasteten?“ Hinsichtlich der Kartoffeln musste gestandenen Westfalen das Herz aufgehen.

Eine weitere Botschaft aus der Vergangenheit waren Stücke aus Carl Orffs „Carmina Burana“, die einst zum Repertoire des Plettenberger Gymnasialchores gehört hatten. Und einige Besucher stimmten mit ein in den Refrain von den „schwäbischen, bayrischen Madeln, juchheirassa“, die der Fährmann über einen Strudel der Donau fahren musste.

Die gruselige Probe auf die Jungfernschaft der Fräulein Kunigunde ließ das Blut in den Adern gefrieren. Ein eigenes Lied setzte Tartsch dem bösen „Duck Dich, muck Dich nicht“ gegenüber den Mädchen entgegen: „Reck Dich, streck Dich, und zeige Dich der Welt.“

Ergänzt wurde die Musik durch Foto-Ansichten von Werdohl, die entstanden waren, als Tartsch „mit offenen Augen durch die Stadt“ gegangen war. Ihre Botschaft war eindeutig: Es lohne sich „einfach mal den Kopf in den Nacken zu legen“ und so den Blick auf die Stadt zu richten, „die doch einiges zu bieten hat“ – neben sehenswerten Giebeln und Fassaden auch interessante Fenster und Türen, Lieblingshäuser und „Skulpturelles“.

Weitere Geschichten aus der Werdohler Vergangenheit erzählten Udo Böhme und Andreas Späinghaus im Museum. Dem Vernehmen nach soll es auch um Hochprozentiges gegangen sein.

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