Werdohler „Kulturlocken“ für ein junges Publikum

+
Am Rande des roten Teppichs: Mona Stange war fürs Studium bei der Berlinale.

Werdohl - Eine junge Frau aus Werdohl interessiert sich für Oper und klassische Musik. Das unterscheidet sich anderen 20- bis 30-Jährigen.  „Die Kulturszene ist bei jungen Leuten nicht so beliebt“, sagt Mona Stange und hat sich vorgenommen, das zu ändern.

Mona Stange ist eher der klassische Typ. Sie lässt sich zwar gern von Roderigo und Cassio überraschen, die bei „Otello“ im Militär-Outfit mit Maschinen-Gewehren auf der Bühne kämpfen. Doch grundsätzlich sind ihr Schwert und Degen bei einer Opern-Inszenierung lieber.

Die 21-Jährige aus Werdohl liebt Kultur – Oper, Tanz, Theater und Film. Ihre Lieblingsinszenierung: „Madame Butterfly“ von Giacomo Puccini. „Ich bin ein Operntyp“, sagt sie und lacht. Auch philharmonische Konzerte besucht sie gern. Im Gegensatz zu vielen 20- bis 30-Jährigen. „Die Kulturszene ist bei jungen Leuten nicht so beliebt“, weiß Mona Stange – und will das ändern.

Auch Oper kann spannend sein

Mit ihrem neuen Blog „Kulturlocken“. Sie möchte ihre Generation für Kultur begeistern und zeigen, dass auch eine klassische Oper spannend sein kann. Eine Seite für „Kulturtouris“ mit Veranstaltungstipps, Interviews und Kritiken von Inszenierungen im Ruhrgebiet. Denn sie hat festgestellt: „Die Blog-Szene für Kultur aus dem Ruhrgebiet ist ziemlich unterbesetzt.“

Entstanden ist die Seite bei einem Seminar im Rahmen ihres Studiums an der Uni Siegen. Denn beruflich gibt es für die quirlige Werdohlerin mit dem braunen Lockenkopf auch nur eine Richtung. Im sechsten Semester studiert sie Literatur, Kultur, Medien und Geschichte. Ihr Fokus liegt – klar – auf Kultur.

Semesterferien am Theater

Derzeit sind Semesterferien. Die verbringt Mona Stange mit einem Praktikum am Theater Hagen. Auch bei den Kulturveranstaltungen im Rahmen des 750-jährigen Jubiläums von Lüdenscheid im vergangen Jahr hat sie mitgewirkt, als Produktionsassistentin. „Ich brauch’ Leute um mich herum“, sagt Stange, gestikuliert mit den Händen, neigt den Kopf, redet schnell weiter. „Ich möchte mit meinen Händen und Füßen arbeiten.“ Am liebsten rund um eine Bühne.

Bei den Philharmonikern in Duisburg und am Aalto-Theater in Essen hat sie ebenfalls schon in den Kulturbetrieb hineingeschnuppert. An ihren beruflichen Erfahrungen will die Studentin die „Kulturtouris“ auf ihrem Blog teilhaben lassen.

Fürs Studium zur Berlinale

Auch an ihrem Besuch bei der Berlinale. Zur Eröffnung verbrachte sie vier Tage mit 25 Kommilitonen in Berlin, eine Exkursion fürs Studium. Klar „wäre es schon schön gewesen, einmal Pretty Woman zu spielen, sich in ein tolles Kleid zu werfen und bei einer der großen Partys dabei zu sein“, gibt die Werdohlerin zu.

Doch für die Studenten ging es nicht um den roten Teppich, Stars und VIP-Partys. „Unser Fokus war es, Filme zu sehen.“ In Berlin hat es Mona Stange, die sich als „Großstadtkind“ bezeichnet, gut gefallen. Sie zieht es in die Städte, zur Kultur.

Dennoch freut sie sich jeden Sonntag auf das Familientreffen bei der Oma in Eveking. Ihre Familie ist fest in Werdohl verwurzelt, die 21-Jährige wohnt zuhause bei den Eltern. Und sie hat festgestellt, dass „es auch sehr schön ist, die Familie um mich herum zu haben“. Zumal sie sich nun auch von Werdohl aus Opern, Filmen und Co. widmen kann. Und mit den „Kulturlocken“ Kulturtouris locken.

 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare