Auch eine Katze wurde erschlagen

Mörder bei Freunden in Werdohl: 37-Jähriger liefert ihn der Polizei aus

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Vor knapp einem Jahr wurde in diesem Wohnhaus in Oberhausen eine Leiche gefunden. Ein Werdohler hatte den Mörder der Polizei ausgeliefert.

Werdohl – Vor gut einem Jahr in der Weihnachtszeit wurde in einer Werdohler Wohnung in Eveking ein Mann verhaftet, der in Oberhausen einen Kumpel eine Woche lang zu Tode geprügelt hatte.

Der Mann wurde wegen grausamen Mordes Ende September zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Werdohler, der den Mörder ein paar Tage in seiner Wohnung in Eveking untergebracht hatte, ist in diesen Tagen weggezogen. 

Der Anblick der im Bett verwesenden Leiche, die polizeilichen Vernehmungen und die Zeugenaussagen bei der Gerichtsverhandlung haben Spuren hinterlassen. Der 37-Jährige stammt ursprünglich aus dem Ruhrgebiet. In seinem Werdohler Wohnumfeld hielt er es nicht mehr aus und zog mit seiner Freundin nach Lüdenscheid. 

Erschreckendes Maß an Naivität

Beobachter des Prozesses gegen den Oberhausener sprachen von einem erschreckenden Maß an Naivität und fragwürdiger intellektueller Leistungen aller Beteiligten. Der nunmehr ehemalige Werdohler war mit seiner Lebensgefährtin und dem Mörder und dessen Freundin zu Besuch bei einem Weihnachtsmarkt. Die vier waren so gut miteinander bekannt, dass das Pärchen aus dem Ruhrgebiet ein paar Nächte bei den Freunden in Werdohl verbrachte. Bei einem Besuch in der Wohnung des Getöteten sah der Freund aus dem Sauerland eine verwesende Leiche. Der zu lebenslanger Haft Verurteilte soll ihm gegenüber gesagt haben: „Ich habe ein 1,80 Meter großes Problem, das muss weg.“ Der Werdohler sagte später im Schwurgerichtsprozess, dass er das zunächst für einen Scherz gehalten habe. Als er die übel zugerichtete Leiche im Bett gesehen hatte, schlich sich offensichtlich doch ein ungutes Gefühl ein. 

Unter dem Vorwand, nach einer Entsorgungsmöglichkeit für die Leiche zu suchen, schloss das hiesige Pärchen den Mörder und dessen Freundin in der Wohnung in Eveking ein und rief die Polizei. Die Freundin des Verurteilten und das Pärchen gaben später bei an, von dem Täter bedroht worden zu sein. 

Grauenhafte menschliche Abgründe

Der Schwurgerichtsprozess gegen den Oberhausener offenbarte gänzlich grauenhafte menschliche Abgründe. Der Verurteilte hatte bei seinem späteren Opfer Unterschlupf gefunden. Beim gemeinsamen Drogennehmen entstand Streit wegen einer Frau. Beim Wort „Hure“ brannte erstmals die Sicherung durch. 

Es blieb nicht bei einem Ausfall: Der Oberhausener schlug eine Woche lang täglich brutal auf sein Opfer ein. Dessen Katze erschlug er ebenfalls. Über Tage misshandelte er den Wehrlosen, gab er später vor Gericht zu. Dabei zertrümmerte er ihm das Jochbein, den Kiefer, die Rippen und den Schädel. Lebensgefährlich verletzt siechte das Opfer eingenässt im eigenen Bett vor sich hin. Der Peiniger besorgte dem Sterbenden Kühlakkus und Suppe. Eine Tötungsabsicht habe er aber nicht gehabt, erklärte er vor Gericht.

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