Von modern bis klassisch

Esther Riecke-Volkmann, Thomas Volkmann und Jörg Ziese laden zum Tag des offenen Ateliers ein.

WERDOHL ▪ Esther Riecke-Volkmann, Thomas Volkmann von der Künstlergruppe N-E-S-T und Jörg Ziese laden zum dritten Mal ein zum „Tag des offenen Ateliers“ – Samstag, 24. April, um 17 Uhr. Neben den eigenen, aktuellen Arbeiten werden auf über 300 Quadratmetern Fläche in den Hallen 42 und 45 im Gewerbepark Eveking die Werke der Gast-Künstlerin Christina Yaghmaei aus Pulheim (bei Köln) präsentiert. Bei Sekt und Selters hat der Besucher die Möglichkeit, mit den vier Künstlern persönlich über Kunst, Keramik oder „seltsame Vögel” zu sprechen.

Esther Riecke-Volkmann liefert mit ihren Bildern einen augenzwinkernden Blick auf die alltäglichen Unvollkommenheiten des Lebens. Ihre Neugier und ihr Mitgefühl gelten den ganz normalen, kleinen und großen, verwirrten und verschrobenen Leuten, denen sie mit respektvoller Ironie begegnet. Dies ist einerseits Ausdruck ihrer Herzensbildung, schützt ihre Charaktere allerdings nicht vor gelegentlich beißendem Spott. Die Schlichtheit der Protagonisten ihrer Bilder ist nicht nur Schein, sondern auch Zweck der malerischen Ausdrucksweise. Sie öffnet ihre Figuren für die Betrachter und lässt somit Raum für eigene Deutungen.

Thomas Volkmann präsentiert in diesem Jahr zwei neue Serien; Einmal die Aquarell-Serie „War Ensemble“ und die bis über drei Meter großen „Mutierten Skizzenbücher“. Volkmanns Ideenfindung wird von zahlreichen, oftmals nur wenige Zentimeter kleinen Skizzen begleitet. Diese Kritzeleien, mit Kugelschreiber und Bleistift auf unterschiedlichen Materialien ausgeführt, dienten über Jahre der Verbildlichung von Gedanken und haben in ihrer Spontanität einen künstlerischen Reiz. Mit seiner großformatigen Papierserie lässt er seine Skizzen nun auf über drei Meter mutieren. Auf zwei Farben reduziert gelingt eine Malerei voller Direktheit und kraftvoller Gestik.

Die Serie „War Ensemble” zeigt martialische Figuren aus einer vergangenen Epoche – bedrohlich starren sie dem Betrachter aus einem unbestimmbaren Schlachtfeld entgegen. Das Abgebildete kontrastiert mit dem Material der Ausführung – dem Aquarell. Ruppig und rau wirken die Figuren, die in einer bewussten Reduzierung der Farbigkeit ausgeführt sind.

In nahezu klassischer Malweise nähert Jörg Ziese sich den Dingen bis in kleinste Details und führt dem Betrachter eine neue Welt vor Augen – die wiederum unzählige Details bereithält. Ihre Spannung beziehen die Bilder aus der Wechselwirkung von wiedererkennendem und abstraktem Seh-Angebot. Durch Annäherung an das „Ding“ entsteht eine Entfremdung der gewohnten Sicht und bietet Möglichkeiten zu neuen Deutungen. Gezeigt wird eine Sichtweise, die sich von der Oberfläche der Dinge löst um zu reiner Malerei zu werden.

Christina Yaghmaei ist Keramikerin. Ihre ironischen Menschenbilder als Plastik und auf Keramiktafeln sind Blickfang und Widerhaken zugleich. Es sind exemplarische Charakterstudien.

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