Ahe-Hammer-Modell fürs Werdohler Stadtmuseum

Klaus-Peter Rabe (links) hat das Modell mit Maßnahmeteilnehmern gebaut. Stolz präsentierte er es mit QuaBeD-Geschäftsführerin Katja Kern und Sozialarbeiter Ingbert Dickel (links) den beiden Werdohlern Heiner Burkhardt (3. v. l.) und Rüdiger Schmale.

WERDOHL/WITTEN -   Nur die Abdeckung aus Plexiglas fehlt noch. Dann soll das Modell des Ahe-Hammers, das der gebürtige Werdohler Klaus-Peter Rabe mit Maßnahmenteilnehmern einer Wittener Qualifizierungswerkstatt originalgetreu nachgebaut hat, als Leihgabe in der neu konzipierten Dauerausstellung des Werdohler Stadtmuseums im Bahnhof gezeigt werden.

Der Vorsitzende des Werdohler Heimatvereins Heiner Burkhardt und Rüdiger Schmale nahmen das Modell jetzt in den Räumen der Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft der Diakonie Enneppe-Ruhr/Hagen (QuaBeD) mit Sitz in Witten in Augenschein – und waren restlos begeistert.

Ein halbes Jahr haben Fachanleiter Rabe und seine Schützlinge an der Miniaturausgabe des einzigen noch bestehenden Osemundhammers in der Region gewerkelt. „Es war oft gar nicht so leicht, das richtige Material zu finden. Am Nachbau der mundgeblasenen Butzenscheiben haben wir lange getüfftelt“, erinnert sich der 63-jährige Rabe. Der erste Versuch, die Fenster mit Gelantine nachzubauen scheiterte. Nun zieren hauchdünne Kunststoffscheiben, die mit Konturenlack bemalt wurden, das Modell des alten Gemäuers.

„Das ist alles handarbeit“, berichtet Rabe von dem Projekt, das mit Hilfe des Jobcenters finanziert wurde. Viel Lehrgeld hätten er und die Maßnamenteilnehmer wärend der Bauzeit bezahlt – vor allem was die Dekoration des Modells angehe. „Wir haben viel ausprobiert, um beispielsweise die Wasserfläche hinter dem Ahe-Hammer möglichst naturgetreu darzustellen“, verrät Rabe. Sogar einige Fotos von Forellen haben die Männer zerschnitten und unter der Spachtelmasse verklebt. „Jeder Stein ist handgemacht“, ist Rabe stolz. Am linken Rand des Modells steht einsam eine Tanne aus Ton. „Die hat ein Maßnahmeteilnehmer aus Laos hergestellt. Weil mir der Baum so gut gefiel, ziert er nun ebenfalls das Modell“, sagt Rabe.

Die Wasserräder des Hammers treibt übrigens sehr zur Freude von Heiner Burkhardt ein Grillmotor mit einer sechs Volt starken Batterie an. Schließlich solle die neu konzipierte Dauerausstellung möglichst interaktiv gestaltet werden.

Das Gebäude des 450 Jahre alten Ahe-Hammers habe es ihm schon zu seinen Werdohler Zeiten angetan, berichtet Rabe, der lange als freischaffender Künstler arbeitete. „Ich habe den Ahe-Hammer bestimmt schon 20 Mal als Gemälde gemalt“, erklärt Rabe und fügt hinzu: „Dieses Gebäude fasziniert mich einfach, da bot es sich an, es im Rahmen der Qualifizierungsmaßnahme nachzubauen.“

Doch bevor es mit dem Modellbau losgehen konnte, standen einige Besuche in der alten Heimat an. Penibel wurde der Ahe-Hammer von Rabe und seinem Team vermessen. Alfred Hinsching der Schmiedevorführungen in dem Industriedenkmal anbietet, stand den Besuchern aus Witten mit Rat und Tat zur Seite. Rund 100 Fotos nahm das Trio vom alten Osemundhammer auf. Sogar einen Film haben die Männer gedreht, um die Funktionsweise des Hammers später im Modell bestmöglich darzustellen.

Weil Rabe immer wieder Bilder des Modells in der Gruppe „Du kommst aus Werdohl wenn...“ des sozialen Netzwerkes Facebook veröffentlichte, wurde Heiner Burkhardt auf die Arbeit aufmerksam. Nach einigen Gesprächen waren sich die Männer einig, dass das Modell künftig im Rahmen der Dauerausstellung des Werdohler Stadtmuseums als Leihgabe gezeigt werden soll.

„Das macht die Teilnehmer der Maßnahme unglaublich stolz und gibt dem Projekt einen Sinn“, weiß Ingbert Dickel, der die Maßnahmenteilnehmer als Sozialarbeiter betreut. Dass Rabes Schützlinge demnächst einen Ausflug in die Stadt an Lenne und Verse unternehmen werden, um sich ihr Werk in musealer Umgebung anzusehen, steht übrigens schon fest. „Da werden wir bestimmt einen Termin finden“, ist sich Heiner Burkhardt sicher.

Und auch sonst werden die Verantwortlichen des Heimatvereins und Rabe garantiert in Kontakt bleiben. Denn nicht nur von dem Modell waren der Vorsitzende Burkhardt und der Leiter des Arbeitskreises Stadtmuseum Rüdiger Schmale begeistert. Aus den 100 Fotos, die Rabe am Ahe-Hammer „geschossen“ hat, ist eine 3-D-Animation des Gebäudes am Computer entstanden. „Wenn die mal fertig ist, können die Besucher im Netz einen interaktiven Rundgang durch das 450 Jahre alte Gebäude unternehmen und selbst zum Osemund-Schmied werden“, erklärt Rabe, der der Liebe wegen nach Witten ging. Auch an dieser Animation haben die Heimatfreunde aus Werdohl, die gerade an einer eigen Homepage arbeiten, natürlich Interesse.

Von Ute Heinze

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