Ordnungsamt sieht keine Verstöße

Mitten in der Pandemie: Große Hochzeit in Werdohl

In Werdohl fand am Wochenende eine große Hochzeit statt.
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In Werdohl fand am Wochenende eine große Hochzeit statt.

Der Menschenauflauf vor dem Rathaus war beträchtlich am Samstagmorgen: 70, vielleicht auch 80 Personen standen auf der Rathaustreppe, auf dem Bürgersteig, auf der Straße und auch auf dem großen Parkplatz auf der anderen Seite der Goethestraße.

Ihr aller Interesse galt dem Brautpaar, das dort vor dem Rathaus unter einem mit weißen Papierblumen verzierten Torbogen stand. Ihre standesamtliche Trauung hatte unmittelbar vorher im Rathaus stattgefunden.

Was in normalen Zeiten trotz der großen Menschenmenge wohl kaum jemand wahrnehmen würde, erregte mitten in der Corona-Pandemie sehr wohl öffentliches Aufsehen. Eine solche Menschenansammlung trotz der starken Einschnitte in das Leben, das die Corona-Schutzverordnung seit Wochen und Monaten und Monaten mit sich bringt – konnte das rechtens sein?

Verordnung ermöglicht Ausnahmen

„Unser Außendienst war vor Ort, hat aber keine Verstöße feststellen können“, sagte Werdohls Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel auf Nachfrage. Die Coronaschutzverordnung verbietet in der seit dem 7. April gültigen Fassung zwar grundsätzlich Ansammlungen und ein Zusammentreffen von Personen im öffentlichen Raum, lässt jedoch Ausnahmen zu, wann der ansonsten vorgeschriebene 1,50-Meter-Mindestabstand zwischen einzelnen Personen unterschritten werden darf. Eine standesamtliche Trauung und eine Zusammenkunft unmittelbar vor dem Ort der Trauung sind solche Ausnahmefälle.

Die Teilnehmer haben also ganz offensichtlich nicht gegen die Coronaschutzverordnung verstoßen. „Die waren alle sehr einsichtig. Sie haben sogar Masken getragen und Abstand zueinander gehalten“, schilderte Mentzel, dass die Teilnehmer nicht einmal alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft hätten.

Auch die Polizei ist vor Ort

Nach 45 Minuten war kaum noch etwas von dieser Feier unter freiem Himmel zu sehen. Nur noch zwei, drei Gäste der Veranstaltung waren vor Ort und besprachen sich mit Polizisten der Werdohler Wache, die nach eigener Angabe aber nicht eingreifen mussten, da das Ordnungsamt bereits vor ihrem Eintreffen alles geregelt habe.

Im Märkischen Kreis gilt eine nächtliche Ausgangssperre - auch wenn ein Gericht sie zwischenzeitlich gekippt hatte.

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