CDU Werdohl will so schnell keinen neuen Wahlkampf

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Detlef Seidel, Vorsitzender der CDU-Ortsunion Werdohl (2. von links), ehrte Peter Bill für seine 50-jährige Mitgliedschaft in der CDU. Stellvertretend für Angela Merkel und Armin Laschet als Unterzeichner der Urkunde beglückwünschten Paul Ziemiak (MdB, links), Bundesvorsitzender der Jungen Union, und der Landtagsabgeordnete Thorsten Schick (rechts) den Jubilar.

Werdohl - Prominenten Besuch empfing die CDU-Ortsunion Werdohl zu ihrer Sitzung am Dienstagabend in der Freibad-Gaststätte in Ütterlingsen. Paul Ziemiak (MdB), Bundesvorsitzender der Jungen Union, berichtete vom Stand der Bemühungen um eine funktionstüchtige Regierung in Berlin.

Der Iserlohner Landtagsabgeordnete Thorsten Schick zog ein Fazit der durch die Wahl im Mai entstandenen schwarz-gelben Landesregierung in Düsseldorf, die sich selber unter Verzicht auf die üblichen Farbenspiele „NRW-Koalition“ taufte. Die Zusammenarbeit zwischen CDU und FDP sei vertrauensvoll, lobte der heimische Landtagsabgeordnete die bisherige Regierungsarbeit.

Was sind die wichtigsten Ziele der neuen Landesregierung?

Thorsten Schick nannte an erster Stelle die Digitalisierung, die immer noch weit hinter anderen Bundesländern hinterherhinke. Zudem gebe es innerhalb NRWs erhebliche Differenzen zwischen den Landesteilen: Während in fünf Modellregionen des Rheinlandes, Köln, Düsseldorf, Bonn, Aachen und Essen, an der Vernetzung von Hochschulen, Unternehmen und kleinen „Start-up-Unternehmen“ gearbeitet werde, sei in Westfalen Münster ein einsames Feigenblatt mit einem entsprechenden Projekt. „Wir müssen dafür sorgen, dass die mittelständischen Unternehmen Fuß fassen können in der digitalen Welt“, betonte Thorsten Schick mit Blick auf Südwestfalen und nannte einen weiteren Baustein zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit: „Mehr Geld für Landstraßen“.

Was tut das Land zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur?

Dieser Punkt wurde ausführlich diskutiert, weil aus der Runde viele Anmerkungen zum Thema Trägheit der Genehmigungsverfahren und der Bauplanung bei der Erneuerung der A 45 und der seit Jahren auf Eis liegenden A 46 kamen. Das Thema mag wichtig sein für die heimische Wirtschaft, doch es wurde auch deutlich, dass das ungestörte Autofahren immer noch zu den zentralen Anliegen der CDU gehört. Immerhin kam auch die Ruhr-Sieg-Strecke in den Genuss einer kurzen Erwähnung: Er hoffe auf einen IC-Haltepunkt in Werdohl, sagte Schick. „Wir werden darauf achten, dass Politik wieder mehr für den kreisangehörigen Bereich gemacht wird“, betonte er nach den Jahren besonderer Förderung der großen Städte.

Welcher CDU-Abgeordnete vertritt Werdohl im Bundestag?

Der Iserlohner Paul Ziemiak trat in Herne zur Bundestagswahl an und ist nun mit einer großen Region konfrontiert, in der es eher wenige CDU-Abgeordnete gibt. Da die bisherige CDU-Abgeordnete Christel Voßbeck-Kayser nicht wieder in den Bundestag gewählt wurde, fällt die christdemokratische Zuständigkeit für ihren Wahlbezirk nun auch an Paul Ziemiak: „Ich darf diesen Wahlkreis betreuen“, fand er eine positive Formulierung für die damit verbundene Arbeit.

Welche Möglichkeiten der Regierungsbildung gibt es in Berlin?

Hinsichtlich der Regierungsbildung in Berlin vertrat Ziemiak einen klaren Standpunkt: Die CDU müsse eine Minderheitsregierung als Alternative im Auge behalten, um „nicht um jeden Preis“ eine Koalition mit der SPD eingehen zu müssen. „Wir wollen eine Regierung, bei der wir nicht das Gesicht verlieren“, ergänzte Detlef Seidel, Vorsitzender der CDU-Ortsunion Werdohl. Doch er hatte noch ein weiteres Anliegen, und das betraf eine dritte Möglichkeit: „Ich hoffe sehr, dass wir im neuen Jahr nicht schon wieder mit dem Wahlkampf anfangen müssen.“

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