Mitgliederversammlung

Kolpingsfamilie St. Michael löst sich auf

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In der katholischen Gemeinde St. Michael wird die Traditionsfahne der Kolpingsfamilie Werdohl eine neue Heimat finden. Präses Iräneus Wojtko und der 1. Vorsitzende Martin Rützler haben die Schenkungsurkunde unterschrieben.

Werdohl - Die Kolpingsfamilie St. Michael wird sich im Laufe des ersten Halbjahres auflösen. Das war die Nachricht, die alle Teilnehmer der Mitgliederversammlung im kleinen Pfarrsaal am vergangenen Samstag am meisten bewegt und auch zu Tränen gerührt hat.

Angesichts dieser Entwicklung ist es im Nachhinein eher als Fußnote zu bezeichnen, dass sich auch in der dieser Mitgliederversammlung niemand für den Posten des 2. Vorsitzenden hatte aufstellen lassen wollen und Martin Rützler neben seiner Tätigkeit als 1. Vorsitzender der Kolpingsfamilie auch weiterhin das Amt des Schriftführers ausfüllen wird. Als wohl letzter Kassenprüfer wurde Peter Bill gewählt. 

Auch im Jahresrückblick hatte sich dies bereits angedeutet. So fragte Martin Rützler, ob das Ende der Gemeinschaft heute schon eingeläutet worden sei? „Nur elf Teilnehmer beim Herbstfest, das früher mal Weinfest hieß“. Ein nochmaliges Umändern des Namens lohne sich wohl nicht mehr. „Uns ist der Entschluss nicht leichtgefallen und wir wissen auch, wie weh das allen tut. Jeder von euch wird schöne Erinnerung haben und den Schritt bedauern. Doch seien wir ehrlich: Für die Vorstandstätigkeit hat sich in den vergangenen Jahren niemand mehr gefunden“, so Rützler. Er selbst hatte im Rahmen seiner letzten Wiederwahl als 1. Vorsitzender klar gesagt, nur noch für eine Amtszeit zur Verfügung stehen zu wollen. „Dieser Zeitpunkt ist nun gekommen.“ 

Obwohl es schade um die Gemeinschaft sei, „ist es schon wichtig, dass wir angesichts der sinkenden Teilnehmerzahlen einen Schlussstrich ziehen, bevor dies andere für uns tun“. Über das endgültige Aus wird allerdings noch das Votum einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entscheiden müssen. Infolgedessen kündigte Martin Rützler an, dass es natürlich auch kein weiteres Programm mehr für das 2. Halbjahr geben werde. Zudem hätte der Vorstand einstimmig beschlossen, sowohl die Mitglieder als auch die Förderer der Kolpingsfamilie zu einem gemeinsamen Abschiedsessen einzuladen. Was dann noch an Geld übrig sei, werde zur Hälfte an das Amalie-Sieveking-Hospiz in Lüdenscheid und den Palliativkreis „Palo“ in Kierspe gespendet. 

Zuvor hatten die Mitglieder der Kolpingsfamilie ihre Traditionsfahne aus dem Jahr 1922 an die Pfarrgemeinde St. Michael zu übergeben. Martin Rützler und Pater Irenäus Wojtko als Präses der Kolpingsfamilie unterzeichneten im Beisein der Mitglieder die Schenkungsurkunde. Dies geschah unter der Bedingung, dass die Fahne auch in Zukunft zu besonderen Anlässen und Gedenktagen getragen werden kann. Als sichtbares Zeichen der Kolpingsfamilie sei sie tief in der Kirchengemeinde verwurzelt und ein wichtiger Teil des pastoralen Lebens. Dies gelte es zu erhalten.

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