Nach Versetzung

Mitarbeiter klagt gegen Stadt im MK: Arbeitsgericht hat entschieden

+
Im Rathaus wird demnächst ein Mitarbeiter den Dienst an seinem neuen Arbeitsplatz antreten müssen, nachdem er vor dem Arbeitsgericht erfolglos gegen seine Versetzung geklagt hat.

Werdohl – Der Mitarbeiter der Stadt Werdohl, der vor dem Arbeitsgericht Iserlohn gegen seine Versetzung geklagt hatte, muss in Kürze seine Arbeit an seinem neuen Arbeitsplatz aufnehmen.

Das Gericht hat seine Klage auf Rückversetzung an seinen alten Arbeitsplatz abgewiesen. 

Bürgermeisterin Silvia Voßloh hatte den Mitarbeiter, der bereits seit 20 Jahren in seinem Arbeitsbereich tätig gewesen war und nach eigenen Angaben in seiner Arbeit aufging, im vergangenen Jahr in einen völlig anderen Bereich der Verwaltung versetzt. Der Mitarbeiter hatte dies als „dauerhafte Abstrafung für ein schon lange abgeschlossenes Verfahren“ empfunden. In dieser früheren Angelegenheit hatte er seiner ehemaligen Vorgesetzten über einen Zeitraum von rund drei Monaten nachspioniert, weil er sie verdächtigte, die Erfassung ihrer Arbeitszeit zu manipulieren. Dies und die Tatsache, dass er seinen letztlich wohl haltlosen Verdacht der Staatsanwalt und der Bezirksregierung mitgeteilt hatte, brachte ihm eine Abmahnung ein. 

Offensichtlich schon länger "auf Kriegsfuß"

Mit seiner ehemaligen Vorgesetzten stand der Mitarbeiter aber ganz offensichtlich schon länger „auf Kriegsfuß“. Das hatte schon 2009 dazu geführt, dass beide sich an einem Mediationsverfahren beteiligt hatten – mit dem Ergebnis, dass sie zukünftig nicht mehr zusammenarbeiten sollten. 

Dies aber wäre unweigerlich der Fall gewesen, hätte die Bürgermeisterin den Mitarbeiter auf seinem langjährigen Arbeitsplatz belassen. Den nämlich wollte die Stadt auf Anraten der Gemeindeprüfungsanstalt einer anderen Abteilung zuordnen, deren Leiterin eben die ehemalige Vorgesetzte ist. Die Lösung für die Bürgermeisterin war also die Versetzung des Mitarbeiters. 

Alles nur "Stimmungsmache"?

Während der Mann vor dem Arbeitsgericht beklagte, bei der Entscheidung seien seine berufliche Erfahrung, sein Lebensalter und auch soziale Aspekte nicht ausreichend berücksichtigt worden, tat der Vertreter der Stadt – Assessor Christian Bülow vom Kommunalen Arbeitgeberverband – dies als „Stimmungsmache“ ab. Er verwies darauf, dass der Mitarbeiter aufgrund seiner Qualifikation und des Direktionsrechts der Bürgermeisterin die Umsetzung dulden müsse. 

Nachdem der Mitarbeiter einen Gütetermin im November hatte platzen lassen, weil er für sich Nachteile im weiteren Verfahren fürchtete, musste das Arbeitsgericht jetzt ein Urteil fällen. Darauf hatte zuletzt auch der Vertreter der Stadt gedrungen: Dem Mitarbeiter müssten offensichtlich erst durch das Gericht seine Verpflichtungen aus dem Arbeitsvertrag aufgezeigt werden. Das Urteil fiel nach nochmaliger mündlicher Anhörung der Konflikparteien eindeutig aus: Die Klage auf Rückversetzung in seinen bisherigen Arbeitsbereich wies Richter Timo Holger Mohr ab. 

Monatelang krankgeschrieben

Der Mitarbeiter wird deshalb wahrscheinlich in wenigen Tagen seine Arbeit an seinem Arbeitsplatz im Rathaus aufnehmen. Zuletzt war er monatelang krankgeschrieben. Seinen Antrag auf Wiedereingliederung hatte die Stadt zwei Mal abgewiesen – aus personellen Gründen, wie der Allgemeine Vertreter der Bürgermeisterin, Michael Grabs, in der Verhandlung klarstellte. 

Aus Krankheitsgründen hätten einfach die personellen Ressourcen nicht ausgereicht, um den Mitarbeiter in seinen neuen Arbeitsbereich einzuarbeiten. Ab Mitte Februar sehe das aber wieder anders aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare