Revitalisierung des Werdohler Zentrums

Mit Geld und vereinten Kräften gegen die Verödung der Innenstadt

Leerstehende Ladenlokale wie dieses an der Freiheitstraße sollen wieder mit Leben gefüllt werden.
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Leerstehende Ladenlokale wie dieses an der Freiheitstraße sollen wieder mit Leben gefüllt werden.

Rund 570.000 Euro hat die Stadt Werdohl aus dem Sofortprogramm Innenstadt des NRW-Heimatministeriums bekommen. Das Geld soll eingesetzt werden, um das durch Geschäftsschließungen verödete Stadtzentrum zu revitalisieren. Die Arbeit hat begonnen und soll schon bald richtig Fahrt aufnehmen.

Werdohl ‒ Für rund 75.000 Euro hat die Stadt bereits ein Stadtplanungsbüro damit beauftragt, das Projekt zu managen; gleichzeitig sind aber auch Wirtschaftsförderer Andreas Haubrichs und andere Mitarbeiter der Stadtverwaltung damit beschäftigt, zum Beispiel den Ist-Zustand zu ermitteln.

In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea) hat Haubrichs am Montagabend einen Zwischenbericht abgegeben und einen ersten Einblick in seine Arbeit gegeben. Dabei zeichnete er ein alles andere als rosiges Bild vom Zustand des Stadtkerns zwischen Brüninghaus-Platz und Bahnhof. Die Zahl der leerstehenden Geschäftsräume sei gegenüber Oktober 2020 um 87,5 Prozent gestiegen, berichtete Haubrichs. Er habe kürzlich 15 Ladenlokale gezählt, die nicht bewirtschaftet würden.

Die meisten Gründe für die Leerstände, die der Wirtschaftsförderer aufzählte, konnten niemanden überraschen: Die Schließung des WK Warenhauses und die Beschränkungen während der Corona-Pandemie hätten den Niedergang des Werdohler Einzelhandels wohl beschleunigt, analysierte er. Aber auch der Zustand der Ladenlokale habe seinen Teil beigetragen. Haubrichs beschrieb, aus welchen Faktoren sich eine Art Teufelskreis gebildet hat. Durch die niedrigen Mieten, die in Werdohl zu erzielen seien, fehle den Eigentümern der Geschäftsimmobilien der Anreiz zu Investitionen, woraus dann letztlich unmoderne Geschäftsräume resultierten.

Gesamte Lennepromenade neu bepflanzen

Dieser Kreislauf soll durch das Zentrenmanagement durchbrochen werden. Haubrichs kündigte für Anfang 2022 eine Veranstaltung an, bei der Eigentümer, Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen, aber auch alle anderen an einen Tisch gebracht werden sollen, die sich aktiv für die Innenstadt einsetzen wollen.

Ebenfalls in der Ustea-Sitzung am Montag berichtete Thomas Schroeder, der für Stadtentwicklung zuständige Abteilungsleiter im Rathaus, von einem neuen Anlauf den Lennebogen und die Altenaer Straße aufzuwerten. Bei einem entsprechenden Förderprogramm des Landes war Werdohl im vergangenen Jahr nicht zum Zuge gekommen.

Jetzt versucht Schroeder erneut, Fördermittel zu bekommen, sogar in noch größerem Umfang. Mit einem finanziellen Aufwand von gut 500.000 Euro solle die gesamte Lennepromenade zwischen Rathaus und Westpark bepflanzt werden. Das Förderprogramm stellt eine 100-prozentige Übernahme der Kosten in Aussicht. Kein Wunder also, dass Schroeder hofft, „dass die umfangreichen Vorbereitungen diesmal von Erfolg gekrönt sein werden“.

Sollte es so kommen, müssten die Pläne aber sehr schnell in die Tat umgesetzt werden. Nur bis Ende 2022 wäre nach Schroeders Worten Zeit, die Fördermittel auszugeben.

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