Blick ins neue Jahr

Mit diesen Baustellen ist 2021 in Werdohl zu rechnen

Baustellen haben in Werdohl das Jahr 2020 geprägt. An der Kreiselbaustelle vor dem VDM-Werk wird auch im neuen Jahr noch weitergearbeitet.
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Baustellen haben in Werdohl das Jahr 2020 geprägt. An der Kreiselbaustelle vor dem VDM-Werk wird auch im neuen Jahr noch weitergearbeitet.

Das Jahr 2020 war in Werdohl nicht nur – wie überall – geprägt von der Corona-Pandemie und ihren Folgen. An Lenne und Verse waren es vor allem die Baustellen, die von diesem Jahr in Erinnerung bleiben dürften. Einige davon werden die Autofahrer aus Werdohl und der Region auch noch ins neue Jahr begleiten. Insgesamt kann man aber schon jetzt sagen, dass 2021 in Beziehung auf Straßenbaustellen entspannter werden wird.

Werdohl ‒ Als wirkliche neue Maßnahmen plant der Landersbetrieb Straßen.NRW auf Werdohler Stadtgebiet für das Jahr 2021 nur eine im Versetal und eine in der Innenstadt. Im Versetal soll im Bereich Bärenstein die Fahrbahn der B 229 erneuert werden. Straßen.NRW führt das in Verbindung mit dem Neubau einer Gasleitung durch das Versorgungsunternehmen Westnetz durch. Der Terminplan dafür steht aber nach Auskunft von Andreas Berg, Sprecher von Straßen.NRW, noch nicht fest. Wahrscheinlich werde die Maßnahme im Frühjahr durchgeführt.

Eine weitere neue Verkehrsbehinderung erwartet die Verkehrsteilnehmer auf der B 236, auch wenn sie bei Straßen.NRW gar nicht als neue Baustelle geführt wird. Der Landesbetrieb betrachtet die Felssicherungen bei Ütterlingsen und Dresel nämlich als Fortsetzung der bereits vor einigen Wochen begonnenen Sicherungsmaßnahmen bei Dresel. Auf jeden Fall sollen an der B 236 im neuen Jahr auf drei Abschnitten – insgesamt knapp 1,2 Kilometer lang – weitere Felssicherungsmaßnahmen durchgeführt werden. Dort sei es vermehrt zu Steinschlägen gekommen. „Die Überprüfung der vorhandenen Sicherungseinrichtungen hat ergeben, dass diese nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen und erneuert werden müssen“, erklärte Berg. Diese Maßnahme soll allerdings erst erfolgen, wenn die Arbeiten rund um den Bau des VDM-Kreisels in Werdohl (Kreuzung B 229/B 236) abgeschlossen sind und die Höllmecke (L 656) nicht mehr als Umleitungsstrecke benötigt wird.

Drei neue Ampelanlagen

In der ersten Hälfte des Jahres 2021 will Straßen.NRW in Werdohl außerdem drei Ampelanlagen erneuern. Dabei handelt es sich zum einen um die Ampel, die den Verkehr auf der Kreuzung am Haus Werdohl (Neustadtstraße/Neuenrader Straße/Friedhofstraße) regelt, und zum anderen um die beiden Fußgängerampeln auf der Versestraße (Einmündung Osmecke) und auf der Neuenrader Straße.

Auf zwei Baustellen werden die Arbeiten auch 2021 zunächst noch weitergehen. Voraussichtlich schon ab dem 18. Januar soll die Neuenrader Straße zwischen dem zukünftigen VDM-Kreisverkehr und dem Haus Werdohl noch einmal für zwei Wochen gesperrt werden, damit dort restliche Felssicherungsarbeiten durchgeführt werden können.

Großbaustelle bis in den Sommer

Und dann ist da natürlich noch die Großbaustelle VDM-Kreisel. Seit Mai wird an diesem Verkehrsknotenpunkt gearbeitet. Mit einem Abschluss der Arbeiten an dem 1,9-Millionen-Euro-Projekt rechnet Straßen.NRW für den Sommer. Sprecher Andreas Berg nannte Ende August als Fertigstellungstermin. Das dürfte eine eher vorsichtige Schätzung sein. Ein anderer Mitarbeiter des Landesbetriebs hat den Abschluss der Arbeiten erst vor einigen Tagen für die Jahresmitte 2021 prognostiziert. Welche Aussage zutreffend sein wird, dürfte nicht zuletzt davon abhängen, ob winterliche Bedingungen die Arbeiten in den nächsten Monaten noch verzögern.

Ob Straßen.NRW 2021 auch endlich mit der Erneuerung der Ütterlingser Lennebrücke beginnen wird, steht noch in den Sternen. Zwar ist für den Sommer die Vergabe von Arbeiten für den Aufbau der Behelfsbrücke vorgesehen, über die später während des Baus der eigentlichen neuen Brücke der Verkehr fließen soll. Ob dieser Zeitplan passt und ob dann im neuen Jahr tatsächlich mit den Arbeiten begonnen wird, darf nach den bisherigen Erfahrungen mit diesem Projekt bezweifelt werden. Ein Sprecher von Straßen.NRW rechnet damit, dass die Behelfsbrücke wohl im Frühjahr 2022 einsatzbereit sein wird.

Darum kann die Stadt noch nicht planen

Auch die Stadt Werdohl wird an der einen oder anderen Stelle im Stadtgebiet Straßen- und Kanalbaumaßnahmen vornehmen. In der Sitzung des Bau- und Liegenschaftsausschusses legte Abteilungsleiter Martin Hempel Ende Oktober eine Liste mit 23 Maßnahmen vor, die für das Jahr 2021 vorgesehen sind. Ob all diese Maßnahmen in diesem Jahr oder später durchgeführt werden oder ob sie vielleicht sogar ganz von der Liste verschwinden, ist noch offen. Martin Hempel bezeichnete die Liste als „Diskussionsgrundlage für die kommenden Haushaltsplanberatungen“. Bis jetzt liegt aber noch nicht einmal ein Entwurf des Haushaltsplans vor, über den die Politiker beraten könnten. Den will die Stadtverwaltung am 18. Januar einbringen, fünf Wochen später soll der Rat ihn verabschieden. Dann wird auch feststehen, wo und was in Werdohl gebaut wird. Begonnen wird möglicherweise mit dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses am Grasacker, denn das soll 2022 bezugsfertig sein.

Endlich tätig werden will – wenn auch in überschaubarem Rahmen – die Deutsche Bahn am Viadukt Ütterlingsen. Im Frühjahr 2021 sollten die Vegetation zurückgeschnitten und die Fugen des rund 160 Jahre alten Bruchsteinmauerwerks neu verfüllt werden, kündigte das Verkehrsunternehmen an. Eine umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Bauwerks hat die Bahn allerdings erst für 2025 avisiert.

So investiert die Wirtschaft

In größerem Umfang weiter investieren wird 2021 derweil die Werdohler Wirtschaft. Zwei der derzeit größten Bauprojekte dürften im Laufe des Jahres ihrer Vollendung entgegengehen. So rechnet die Firma Vossloh damit, spätestens im Sommer ihre für rund 40 Millionen Euro errichtete „Fabrik der Zukunft“, die nach Firmenangaben weltweit modernste Produktion für Schienenbefestigungen, in Betrieb nehmen zu können. Und bei Superior Industries in Dresel, einem der weltweit größten Hersteller von Aluminiumrädern, wird die Arbeit wohl schon Ende Januar in einem Teil der für 65 Millionen Euro modernisierten Produktion erledigt. Parallel dazu wird auf dem Werksgelände noch weiter gebaut: an einer weiteren Wärmebehandlung, an einer modernen Lackierung und an einem Hochregallager, das nach derzeitigem Stand erst 2023 der Schlussstein in dem ganzen Projekt sein wird.

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