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Mit den Händen ausprobieren: So werben technische Firmen ums zukünftige Personal

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Von: Volker Heyn

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Kein Schnappschuss mit Seltenheitswert, sondern ein übliches Bild bei den TechDays: Bis zu einem Drittel Mädchen versuchen herauszufinden, ob sie sich später eine technische Berufsausbildung vorstellen können.
Kein Schnappschuss mit Seltenheitswert, sondern ein übliches Bild bei den TechDays: Bis zu einem Drittel Mädchen versuchen herauszufinden, ob sie sich später eine technische Berufsausbildung vorstellen können. © Heyn, Volker

„Bei der Kirmes heißt es: Die letzte Fahrt geht rückwärts. Aber bei uns geht es immer nur nach vorne, nach vorn in die Zukunft!“ Mit solchen Sprüchen schickt Ralf Sichelschmidt von der SIHK die Schülerinnen und Schüler aus der Pause auf die letzte Tagesrunde der TechDays in der VDM-Karriereschmiede.

Vier Stationen zu mehr als eine Stunde haben die Achtklässler an diesem Tag durchlaufen, dabei sollen sie herausfinden, ob ihnen ein technischer Ausbildungsberuf gefallen könnte.

Die TechDays werden schon seit vielen Jahren im Bezirk der SIHK veranstaltet, die Kammer arbeitet bei der Gewinnung von zukünftigen Facharbeitern mit Schulen, Ausbildungspartnern und teilweise auch dem Handwerk zusammen. Die TechDays sind für den Bereich der Lenneschiene eine feste Einrichtung. Die jetzige Veranstaltung ist die sechste seit Beginn. Auch hier gab es eine zweijährige Corona-Zwangspause, so dass sich alle Beteiligten sichtbar darüber freuten, gemeinsam an der Zukunft zu arbeiten. Sichelschmidt: „Durch Corona hat es bei der Berufsfindung in den Schulen ein großes Loch gegeben. Es wurden auch kaum Praktika angeboten, das ist ein Riesenproblem.“

Potenzialanalyse in der Schule

In den achten Klassen aller weiterführenden Schulen im Lennetal müssen sich die Jungen und Mädchen mit der Berufsfindung auseinandersetzen. Im Unterricht können sie bei so genannten Potenzialanalysen herausfinden, in welche Richtung es später bei der Berufswahl gehen könnte: Im technischen oder sozialen Bereich? Handwerk oder Industrie? Draußen oder drinnen? Büro oder Werkbank? Drei solcher Berufsfindungstage sind anchließend für die Achtklässler verpflichtend. Zwar werden sie von ihren Lehrerinnen und Lehrern dabei unterstützt, doch aussuchen und anmelden müssen sie sich selbst für solche Tage. Ein solcher Berufsfindungstag ist der TechDay der SIHK, seit 2014 eine Art Institution in Werdohl für das Lennetal zwischen Altena und Plettenberg.

Eine Auszubildende zeigt einem Schülern Handgriffe an der Standbohrmaschine.
Eine Auszubildende zeigt einem Schülern Handgriffe an der Standbohrmaschine. © Heyn, Volker

Wer sich in Richtung eines technischen Ausbildungsberufes orientieren möchte, kommt an den TechDays nicht vorbei. In der Lehrwerkstatt von VDM Metals, die schon seit Jahren passend Karriereschmiede heißt, präsentieren sich in diesem Jahr VDM (Altena,Werdohl), Vossloh (Werdohl), Stauff (Werdohl/Neuenrade), Möhling (Altena), CD Wälzholz (Plettenberg) und Mercedes Jürgens-Bald. Eine weitere Firma hatte zwar zugesagt, musste jedoch kurz vorher feststellen, dass das Equipment für einen Stand bei den TechDays der Flut im Juli zum Opfer gefallen war.

Azubis berichten aus ihrem Arbeitsalltag

Vier Stationen sind an den beiden Tagen in der Werdohler Karriereschmiede aufgebaut, an denen die Jungen und Mädchen Werkzeuge und Material in die Hand nehmen und selbst etwas ausprobieren können. Die Firmen schicken aber nicht nur Ausbildungsleiter, sondern eigene Auszubildende, da läuft die Kommunikation spürbar besser.

Jeder Einzelne ist wichtig: Technik-Unternehmen umwerben Schülerinnen und Schüler.
Jeder Einzelne ist wichtig: Technik-Unternehmen umwerben Schülerinnen und Schüler. © Heyn, Volker

„Wenn der Jugendliche am Ende des Tages weiß, dass Technik nichts für ihn ist, ist das auch ein Ergebnis“, kommentiert Sichelschmidt. 130 Jungen und Mädchen durchlaufen an zwei Tagen die TechDays, am Ende hat jeder eine Teilnahmebestätigung in der Hand. Das könnte vielleicht der mögliche Türöffner für ein Praktikum im neunten Schuljahr sein.

Viele Mädchen sind dabei

Technische Berufe im Blaumann sind übrigens längst nicht mehr ausschließlich etwas für Jungs, laut Sichelschmidt schauen sich zwischen 25 und 30 Prozent Mädchen bei den TechDays um.

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