Missstimmung beim Förderverein der Stadtklinik

Vorsitzender Karl Mertens (links) und der neue stellvertretende Vorsitzende Dieter Gierse (4. von links) führen den Förderverein der Stadtklinik ins 31. Jahr. -  Foto: Koll

WERDOHL - Missstimmung kam am Ende der Jahreshauptversammlung des Gemeinnützigen Fördervereins der Stadtklinik und des Seniorenzentrums Werdohl am Donnerstagabend im Mehrzweckraum des Krankenhauses auf. Der kurz zuvor in den Vorstand gewählte neue stellvertretende Vorsitzende Dieter Gierse musste mehrfach moderierend eingreifen. Am Ende jedoch gab es eine Einigung unter den Mitgliedern des Vereins, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert.

Drei Stunden zuvor begann der Abend mit einer Werbeveranstaltung: Ein Vertreter eines Bettenherstellers präsentierte ein spezielles schwenkbares Krankenhausbett. Die Kosten pro Bett lägen bei 2100 bis 2200 Euro.

Die rund 20 Anwesenden wähnten den Schluss der Veranstaltung gekommen, als Fördervereins-Vorsitzender Karl Mertens feststellte, dass zehn dieser Betten durch den Verein für die Stadtklinik gekauft werden sollten. Darüber hinaus bestimmte er: „Im Laufe der Zeit werden dann auch alle anderen Betten in der Klinik ausgetauscht.“

Doch da hatte er die Rechnung ohne die übrigen Mitglieder gemacht. Diese forderten einen Beschluss durch die Mitgliederversammlung. Mitglied Rüdiger Schmale, hatte einige Male Probleme, zu Wort zu kommen. Mertens, der offenbar nicht mit dieser Gegenwehr gerechnet hatte, ließ ihn kaum ausreden. Als schließlich Dr. Norbert Pittlik, Chirurgie-Chefarzt, zu bedenken gab, dass es einige Patienten gebe – etwa die mit künstlichen Hüftgelenken – die durch ein schwenkbares Bett stark verletzungsgefährdet seien, schlug die Stimmung gänzlich um.

Als Kompromiss wurde vereinbart, zu beschließen, dass der Förderverein 30 000 Euro zur Anschaffung neuer Betten zur Verfügung stellt. Zuvor soll der Fördervereins-Vorstand jedoch den Markt der Bettenhersteller gründlich sondieren. Zudem soll der Vorstand vor einer Kaufentscheidung Zwiesprache mit dem Pflegepersonal der Stadtklinik halten.

Der Förderverein hat aktuell 175 Mitglieder, somit zwölf weniger als im Jahr zuvor. Die finanzielle Lage sei stabil – nicht zuletzt durch ein ordentliches Plus, das im zurückliegenden Jahr in der Kasse erwirtschaftet werden konnte. So wurde Schatzmeisterin Ursula Karschen dann auch durch die Anwesenden im Amt bestätigt.

Ebenso erhielt der Vorsitzende Karl Mertens erneut das Vertrauen durch die Versammlung. Auch die beiden Beisitzerinnen Ursula Kühn sowie Renate Drangmeister wurden auf ihren Positionen wiedergewählt. Gierse, der am Abend noch Neumitglied des Fördervereins wurde, füllt nunmehr den bisher vakanten Posten des stellvertretenden Vorsitzenden aus.

Keine Aufstockung des Seniorenzentrums

Matthias Germer, Geschäftsführer der Märkischen Seniorenzentren, beschrieb, wieso der Bau zur Aufstockung des Seniorenzentrums zeitlich aufgeschoben werden musste. Die Gebäude-Statik habe sich als unzureichend herausgestellt. Dadurch habe sich die Baumaßnahme deutlich verkompliziert. Zudem drohten neue Landesgesetze die Investition derart zu verteuern, dass die Planung komplett fallen gelassen werden müsste.

Beschlossen wurde, dass der Förderverein der Evangelischen Kirchengemeinde 2000 Euro zukommen lassen wird, damit die Übertragungstechnik für Gottesdienste in die Patientenzimmer erneuert werden kann.

Dr. Norbert Pittlik, Chirurgie-Chefarzt, hatte nach der Werbeveranstaltung und vor der eigentlichen Jahreshauptversammlung einen 45-minütigen Vortrag gehalten. Er referierte über die Behandlung von Wirbelkörperfrakturen, der sogenannten Osteoporose.Von Michael Koll

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