4,6 Mio. Euro: Hoher Unterhaltungsaufwand an städtischen Gebäuden

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Die Jahn-Turnhalle wird nicht mehr benötigt und könnte abgerissen werden. Auf dem Grundstück zwischen Mittelstraße und Brüderstraße möchte die Evangelische Frauenhilfe Westfalen ein Wohnheim für Menschen mit psychischen Behinderungen bauen.

Werdohl - Rund 4,6 Millionen Euro könnte die Stadt im nächsten Jahr in ihre Immobilien investieren. Das geht aus dem Gebäudezustandsbericht hervor, der einen Überblick über die anstehenden Unterhaltungsmaßnahmen gibt.

Beschlossene Sache sind die darin aufgeführten Maßnahmen noch nicht. Wahrscheinlich wird noch kräftig gestrichen. 

Der Gebäudezustandsbericht bildet eine Grundlage für die Haushaltsplanberatungen in den politischen Gremien, die über die tatsächlich durchzuführenden Maßnahmen zu entscheiden haben. Allerdings hat die Verwaltung in einer Maßnahmenliste schon eine Vorauswahl getroffen. Und die Kosten für die darin zur Umsetzung vorgeschlagenen Maßnahmen belaufen sich mit 2,2 Millionen Euro gerade einmal auf knapp die Hälfte dessen, was eigentlich notwendig wäre. 

Renovierungsstau an der Gesamtschule 

Mit Abstand am meisten Geld müsste im nächsten Jahr in die Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) fließen. Rund 2,73 Millionen Euro könnte die Stadt in das größte Schulgebäude der Stadt investieren – wenn die Politiker dem Zustandsbericht folgen würden. Besonders viel Geld würde die Erneuerung der fast 30 Jahre alten und mittlerweile sehr störanfälligen Heizungsanlage verschlingen: gut 1,5 Millionen Euro. Die Maßnahme war eigentlich schon für dieses Jahr vorgesehen. In der Maßnahmenliste der Verwaltung taucht sie aber nicht auf. 

Auch das Dach der AEG ist offensichtlich in Teilen sanierungsbedürftig: Rund 465 000 Euro seien da im nächsten Jahr zu investieren, heißt es im Zustandsbericht. Ein Teil dieser Maßnahmen hätte schon im vergangenen Jahr durchgeführt werden sollen, jetzt ist eine Reparatur offenbar dringend notwendig. Die Deckenplatten seien in Teilbereichen durchnässt, berichtet die Verwaltung. Für weitere fast 200 000 Euro sollen in Teilen der AEG neue Fenster eingebaut werden. Ein Teil dieser Maßnahme wird schon seit 2015 immer wieder verschoben. Auch diese offensichtlich dringlichen Maßnahmen tauchen in der Maßnahmenliste nicht auf. 

W-Lan- und EDV-Ausstattung ausbauen

Dafür schlägt die Verwaltung vor, an der AEG die W-Lan- und EDV-Ausstattung auszubauen. Kostenpunkt: 450 000 Euro. Dafür gibt es rund 383 000 Euro Fördermittel aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“, die allerdings für Unterhaltungsmaßnahmen an Gebäuden nicht eingesetzt werden dürfen. Die fehlenden etwa 67 000 Euro sollen aus der Bildungspauschale des Landes finanziert werden, schlägt die Verwaltung vor. Somit wäre die gesamte Investition an der AEG zu 100 Prozent aus Fördermitteln finanziert. 

Mit Mitteln aus der Bildungspauschale will die Verwaltung auch Maßnahmen an anderen Schulen finanzieren: zum Beispiel die Erneuerung eines Teils der Sonnenschutzrollos (28 000 Euro) und die Sanierung der Toiletten (28 000 Euro) an der St. Michael-Grundschule. Auch eine Reparatur des Schulhofes inklusive Beseitigung der großen Pfützen im Eingangsbereich der Grundschule Kleinhammer (16 000 Euro) und Malerarbeiten in der Realschule (30 000 Euro) sowie der Gesamtschule (34 000 Euro) gehören dazu. 

Viel Geld für die Sporthalle Riesei 

Viel Geld soll auf Vorschlag der Verwaltung im nächsten Jahr in die lange Zeit vernachlässigte Sporthalle Riesei fließen: Insgesamt 814 000 Euro, zum größten Teil (90 Prozent) finanziert mit Mitteln aus dem Kommunalen Investitionsförderungsgesetz, mit dem Bund finanzschwache Kommunen unterstützt. Damit muss die Stadt nur etwa mehr als 80 000 Euro aus eigener Kraft aufbringen, um unter anderem alle Wasserleitungen des Gebäudes zu erneuern und die Abwasserleitungen zu sanieren, um die Lüftungsanlage energetisch zu sanieren und das Gebäude mit einem Wärmedämmverbundsystem auszustatten. All diese Maßnahmen werden auch im Gebäudezustandsbericht als notwendig bezeichnet. 

Von Mitteln des Bundes werden übrigens auch die Nutzer des Sportplatzes Altenmühle profitieren, wenn die Politiker dem Vorschlag der Verwaltung folgen. Dort sollen nämlich für 41 000 Euro die Duschanlagen erneuert werden, lautet der Vorschlag im Maßnahmenkatalog. 

Zwei Gebäude können abgerissen werden

Relativ viel Geld könnte im nächsten Jahr auch ins Rathaus investiert werden. Die Verwaltung schlägt eine energetische Fenstersanierung im Altbau vor, die 450 000 Euro verschlingen würde. Auch dafür würde es Fördermittel geben, und zwar aus dem Programm „Stadtumbau West“ des Landes in Höhe von 80 Prozent (360 000 Euro). Gleiches gilt für den Abriss der Jahn-Turnhalle, der mit 100 000 Euro kalkuliert ist und mit 50 Prozent bezuschusst würde. Apropos Abriss: Auch die ehemalige Flüchtlingsunterkunft am Deipschlader Weg könnte die Stadt abreißen. Das Gebäude sei stark renovierungsbedürftig und werde derzeit nicht genutzt, argumentiert die Verwaltung. 132 000 Euro würde dieser Abriss kosten. In der Maßnahmeliste taucht der Posten allerdings nicht auf. 

Welche der Maßnahmen 2019 tatsächlich durchgeführt werden, dürften die politischen Beratungen in den nächsten Wochen und Monaten ergeben. Als erstes wird sich der Bau- und Liegenschaftsausschuss mit dem Papier befassen. Das Gremium tagt am Montag, 1. Oktober, ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.

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