Minister will Entscheidung von ThyssenKrupp haben

Der neue NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (Mitte) besuchte gestern das Werk von ThyssenKrupp Bilstein Suspension in Hohenlimburg. Die Betriebsräte Udo Böhme aus Werdohl und Gerold Vogel aus Hohenlimburg (v.l.) und die SPD-Landtagsabgeordneten Michael Scheffler (r.) und Wolfgang Jörg berieten sich, wie es weitergehen kann.

WERDOHL/HOHENLMBG ▪ Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) hat am Freitag in Hohenlimburg auch den Werdohler Mitarbeitern von ThyssenKrupp Bilstein seine Solidarität ausgesprochen. Wir bereits berichtet, wird das Werdohler Werk geschlossen, sämtliche 108 Arbeitsplätze sind akut bedroht.

Geplant war auch, dass Betriebsrat und Geschäftsführung am 23. August über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan sprechen wollten. Wie der Werdohler Betriebsratsvorsitzende Udo Böhme beim Besuch von Schneider in Hohenlimburg erklärte, habe die Geschäftsführung die noch gar nicht begonnenen Gespräche wieder abgebrochen. Meinungsverschiedenheiten mit dem Betriebsrat aus Hohenlimburg seien der Grund.

Situation ist verfahren

Diesen Abbruch der Beziehungen konstatierte auch Gerold Vogel, der Betriebsratsvorsitzende von ThyssenKrupp Bilstein Suspension in Hohenlimburg. Nach Unterzeichnung der „Werdohler Erklärung“ war zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat ausgehandelt, möglichst vielen Werdohler Mitarbeitern ein Unterkommen in Hohenlimburg anzubieten.

Böhme und Vogel sahen diese Übereinkunft als gefährdet an, da die Geschäftsführung des Konzern einseitig den Kontakt abgebrochen habe. Die Situation sei „verfahren.“

Minister Guntram Schneider sprach von „erheblichen Irritationen im Miteinander von Geschäftsführung und Betriebsrat“. Schneider kennt ThyssenKrupp sehr gut, er war jahrelang als Mitarbeitervertreter im Aufsichtsrat des Konzerns tätig.

Durchstarten und

investieren

Schneider will im Auftrag der Landesregierung jetzt von ThyssenKrupp wissen, ob das Federnwerk in Hohenlimburg auf Dauer im Konzern bleiben oder verkauft werden solle. In beiden Fällen müsse man eigentlich durchstarten und investieren. Schneider: „Wir erwarten ein deutliches Wort.“ Die Landesregierung könne den Prozess lediglich begleiten, aber keine unternehmerische Verantwortung übernehmen. Schneider blieb vage: „Ich bin guter Dinge, dass wir eine Zukunft finden, wenn klar ist, wohin der Konzern in Zukunft will.“ Sein Ministerium werde auf den Konzern einwirken, damit dieser zu einer Entscheidung komme.

Die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Michael Scheffler (Märkischer Kreis) und Wolfgang Jörg (Hagen) sagten, dass die Region hinter den Mitarbeitern von ThyssenKrupp stehen würden.

Von Volker Heyn

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