Mini-Demo vor der Werdohler Stadtklinik

Diese kleine Schar Ärzte demonstrierte gestern Vormittag so gut wie unbemerkt vor der Stadtklinik. Zu den drei streikenden Werdohler Medizinern waren aus Solidarität einige Lüdenscheider Kollegen gekommen.

WERDOHL ▪ Keine große Übung im Streiken haben ganz offensichtlich die Krankenhaus-Ärzte: Unbemerkt von der Öffentichkeit demonstrierten Dienstag Vormittag drei Ärzte der Stadtklinik, solidarisch unterstützt von einigen Kollegen des Klinikums Lüdenscheid.

Jürgen Weber, Oberarzt in der Lüdenscheider Anästhesie und Sprecher der streikenden Ärzte, hatte einige Kollegen nach Werdohl delegiert, um auf die Situation der Mediziner hier aufmerksam zu machen. Von den zwei Abteilungen der Stadtklinik Werdohl streikt nur eine – drei der vier Ärzte der inneren Abteilung sind seit Freitag im Ausstand. Der vierte Kollege leistet den Notdienst, die meisten Ärzte der chirurgischen Abteilung hätten sich durch das „Solinger Modell“ solidarisch gezeigt, arbeiten aber derzeit weiter.

Stadtklinik personell

sehr dünn aufgestellt

Die Werdohler Stadtklinik sei „personell sehr dünn“ aufgestellt, meint Weber und hat Verständnis dafür, dass nicht mehr Kollegen die Arbeit niedergelegt haben. Das kleine Werdohler Haus könne schnell in existenzielle Bedrohung geraten, wenn alle Ärzte streiken würden. Weber: „Jeder von uns hier hat ganz massives Magengrummen.“ Man sei ja in erster Linie den Patienten verpflichtet. Von denen habe er in der Vergangenheit viel Zuspruch erhalten. „Die Menschen haben Verständnis für unsere Lage und haben uns geraten, dass wir uns auch einmal für unsere Anliegen einsetzen.“

Wunsch nach besserer

Bezahlung

Die Ärzte kämpfen nach eigenen Aussagen dafür, mit ihren Wünschen nach besserer Bezahlung für die vielen Nacht- und Notdienste überhaupt wahrgenommen zu werden. Die Protestaktion gestern war nur intern angekündigt worden, nach einem Gruppenbild für den SV löste sich die kleine Versammlung wieder auf.

Von Volker Heyn

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